Leser sorgt sich um Schnitzwerk am Hof Kleimann

Bei einem Spaziergang im Umfeld der Heilig-Kreuz-Kirche habe er sich auch den alten Hof Kleimann angeschaut, berichtet Leser Friedhelm Geinowski. Auf der zur Autobahn gewandten Giebelseite des Fachwerkbaues sei ihm „die schöne alte Schnitzerei im Torbalken aufgefallen“. In der WAZ habe gestanden, dass ein Abriss des zwar denkmalgeschützten, aber äußerst maroden Gebäudes nicht auszuschließen sei. „Was passiert dann mit dem alten Torbalken und seiner historischen Inschrift?“, fragt Geinowski.

Die Redaktion hakte bei Peter Breßer-Barnebeck, Leiter des Referates Wirtschaftsförderung der Stadt, nach. „Der Abriss des denkmalgeschützten Hofes Kleimann ist zurzeit nicht geplant. Das leerstehende Gebäude ist im Besitz der Stadt und gegen Vandalismus und Einbruch abgesichert worden.“ Der Wirtschaftsförderungsausschuss habe bekanntlich vor Weihnachten dem Verkauf des vorderen Geländeteiles der alten Hofstelle zugestimmt. Rund 3500 der 8000 Quadratmeter großen Gesamtfläche wurden an eine Investorengesellschaft verkauft. Auf dem Areal neben der Heilig-Kreuz-Kirche soll ein Ärztehaus entstehen, in das zum Beispiel das benachbarte Hausarztzentrum Butendorf umziehen und sich so vergrößern will. „Den Investoren ist zudem eine Kaufoption für das hintere Gelände, auf dem das Hofgebäude steht, eingeräumt worden“, so Breßer-Barnebeck. Vor dem Abriss eines historischen Gebäudes prüfe man generell, was erhalten werden kann. Beim Hof Kleimann ergebe sich der Vorteil, dass das Gebäude im Eigentum der Stadt ist, „die auf jeden Fall versuchen würde, den Türbalken zu sichern“.

Der Hof Kleimann an der Horster Straße 147 wurde im Jahr 1822 errichtet und ist ein Vierständerbau mit Backsteinausfachungen, einem Satteldach sowie einem beschnitzten Deelentorgestell mit Inschriften. Seit 1984 steht der Hot unter Denkmalschutz, weil er das repräsentative Bauen im bäuerlichen Bereich bezeugt. Fachwerkhäuser, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts das Erscheinungsbild Gladbecks prägten, sind heute eine Seltenheit, in der Stadtmitte ist keines mehr zu finden.