Leser in Gladbeck diskutieren eifrig mit der WAZ

Diskussion am WAZ Mobil in Zweckel: Leser redeten eifrig mitden Redakteuren..
Diskussion am WAZ Mobil in Zweckel: Leser redeten eifrig mitden Redakteuren..
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das WAZ Mobil machte am Mittwoch auf dem Wochenmarkt in Gladbeck-Zweckel Station. Sorgen und Nöte äußerten die Leser dort, aber es gab auch Lob.

Gladbeck..  Die WAZ ist wieder in den Ortsteilen unterwegs, hört sich um, was die Menschen bewegt. Zum Auftakt machte das WAZ Mobil in Zweckel auf dem Wochenmarkt Station. Die Redakteure hörten Schönes, auch Kritik und Vorschläge, was man ändern könnte.

Einer der Ersten am WAZ Mobil ist Werner Dunkel. Der Wahlzweckeler fühlt sich wohl im Stadtteil. „Zweckel ist seit Eröffnung des Penny-Marktes an der Feldhauser Straße gut aufgestellt“, findet er, „nur der Wochenmarkt könnte ein paar Stände mehr vertragen.“

Auch Renate Stein findet, dass man in Zweckel gut einkaufen kann, „der neue Penny ist ein Glücksfall, der belebt den Ortsteil.“ Allerdings ist für sie seit der Eröffnung des Discounters klar, dass der Bürgersteig samt Fahrradweg in diesem Bereich der Feldhauser Straße zu schmal ist. „Das kann gefährlich werden.“ Marlies Marek findet, dass Zweckel ein Drogeriemarkt gut tun würde. Das leer stehende Plus-Ladenlokal böte sich an. Als Anliegerin ist Renate Stein der sams- und sonntägliche Treffpunkt für Jugendliche auf dem Marktplatz ein Dorn im Auge. „Die rasen mit ihren Autos die Tunnelstraße rauf und mit quietschenden Reifen auf den Marktplatz.“ Und rund um die Bänke sei um Montag alles voller Müll. „Das geht gar nicht.“

„Die Leute, die hier wohnen, die machen was mit“, meint auch Maly Weber, „das ist eine Katastrophe, was sich hier abspielt – und wie das nach dem Wochenende hier aussieht!“ Grundsätzlich lebt die gebürtige Rheinländerin gern in Zweckel, sorgt für ein gutes Miteinander unter den Nachbarn. So wie mit Ellinor Picha, eine Ur-Zweckelerin, die Jahrzehnte an der Mozartstraße wohnte. Seit der Gründung der WAZ 1948 sei sie Leserin der Zeitung. „Ausgetragen habe ich sie in den ersten Jahren auch.“

Herbert Stachorra ist gebürtiger Gelsenkirchener. Aber seit mehr als 50 Jahren lebt der 71-Jährige in Zweckel – und fühlt sich wohl: „Für uns ist’s hier in Ordnung.“ Bis vor kurzem hätte er einen Kritikpunkt gehabt: „Dass es lange kein Lebensmittelgeschäft an der Feldhauser Straße gab“ – doch das habe sich zum Positiven entwickelt. „Wir haben ja jetzt Penny“, so Stachorra.

So zufrieden ist Ernst Froese nicht. Gut gefällt dem 71-Jährigen, „dass es so grün in Zweckel ist – wir leben hier ja am Tor zum Münsterland.“ Doch mit Wehmut denkt der Anwohner der Redenstraße, der in Zweckel aufgewachsen ist, an die Vergangenheit. „Ich gehörte zum ersten Jahrgang, der nach dem Krieg an der Hermannschule eingeschult wurde“, erzählt der ehemalige Schlosser bei der Hafenbahn. Die Grundschule wurde jetzt geschlossen.

Und kulturelles Leben in Zweckel? Fehlanzeige: „Früher gab’s hier 25 bis 26 Kneipen. Jetzt eineinhalb.“ Das Vereinsheim des SV Zweckel könne man ja nicht als ein vollwertiges Lokal zählen. Ab und zu gebe es höchstens mal ein Gartenfest, zum Beispiel bei der AWO an der Dorstener Straße.