Lehrer an Gladbecker Gesamtschule scheuen neue Parkgebühren

Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule: Gähnende Leere auf einem der Schulparkplätze, vor den Häusern ist jeder Stellplatz besetzt.
Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule: Gähnende Leere auf einem der Schulparkplätze, vor den Häusern ist jeder Stellplatz besetzt.
Foto: FUNKE Foto Services
Seitdem bezahlt werden muss, herrscht auf den schuleigenen Parkplätzen gähnende Leere. Anwohner suchen dafür nun oft vergeblich einen Stellplatz.

Gladbeck.. Drei große Parkplätze, auf denen sich ein paar Autos verlieren – Anwohner, die etliche Runden drehen müssen, weil die Stellplätze vor ihren Häusern besetzt sind. So sieht es zurzeit im Umfeld der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule aus.

Die Stadtverwaltung kassiert, wie berichtet, seit Anfang April 20 Euro pro Monat von Lehrern und anderen Beschäftigten an Schulen, wenn sie die schuleigenen Parkplätze nutzen. Von den rund 100 Mitarbeitern an der Gesamtschule spielen da offensichtlich nur wenige mit. Die meisten stellen ihren Wagen anderswo ab.

Öffentlicher Verkehrsraum

Zum Ärger der Anwohner. „Man wagt kaum, morgens zum Einkaufen zu fahren, denn anschließend findet man garantiert keinen Stellplatz mehr“, beschwert sich Rolf Grubinski. Dem pensionierten Polizeibeamten ist klar, dass die Anwohner kein Anrecht auf einen Parkplatz vor der Haustür haben. „Im öffentlichen Verkehrsraum kann selbstverständlich jeder seinen Wagen abstellen, auch die Lehrer“, räumt er ein, ärgerlich findet er die ständige Parkplatzsuche trotzdem. Sein Nachbar Andreas Glauber denkt schon über Gegenmaßnahmen nach: „Wenn das hier so weiter geht, müssen wir eben unsere Autos abends aus den Garagen holen und damit die Parkplätze vor den Häusern blockieren.“

Ein paar wenige Anwohner haben den Spieß einfach umgedreht und ihr Auto auf einem der schuleigenen Parkplätze abgestellt – in der Hoffnung, dass keine Politessen kommen, denn die Schilder an den Zufahrten sind eindeutig: Parken von 18-24 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen frei. Wer einen Stellplatz gemietet hat, kann das mit einer gut sichtbar platzierten Parkberechtigungskarte nachweisen.

Der Stadtverwaltung ist der Konflikt in Rentfort-Nord bekannt. Nach dem Ende der Osterferien hat es schon etliche Anrufe von ärgerlichen Nachbarn der IDG gegeben. Gabriele Feldkamp, zuständige Abteilungsleiterin im Amt für Bildung und Erziehung, versteht den Unmut. Sie weiß, dass an der Gesamtschule bisher nicht einmal 20 Parkplätze vermietet sind. Mitarbeiter verschiedener Fachämter suchen derzeit nach einer Lösung.

Ärger wie im Umfeld der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule war zu erwarten. Schon kurz nachdem die Verwaltung die Parkgebühren angekündigt hatte, hagelte es Proteste. Und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) rief gar zum Boykott auf: Die Beschäftigten an Schulen sollten keine Parkplätze mieten, sondern sich alternative Parkgelegenheiten suchen. An der Gesamtschule ist diese Aufforderung offensichtlich auf fruchtbaren Boden gefallen.

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