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Hof Dieckmann

Kulturgenuss im alten Kotten

24.06.2012 | 18:24 Uhr
Kulturgenuss im alten Kotten
Kunstmarkt der besonderen Art am Hof Diekmann Foto: Heinrich Jung WAZ FotoPool

Gladbeck. Die kleine Zufahrt säumen Bäume und Farne. Dazwischen stehen Blumenkübel. Und kleine Kegel aus gewachsten Rosen. Aus der Ferne hört man Folk-Musik. Und dann hat man ihn schon erreicht, den ersten Kunstmarkt rund um den historischen Hof Dieckmann, auf dem nach vielen Jahren wieder so richtig Leben eingekehrt ist.

„Ich habe mich immer für Kultur interessiert und habe viele Freunde, die künstlerisch tätig sind“, erklärt Petra Dieckmann ihre Idee, rund um den früheren Gasthof einen Kunstmarkt zu veranstalten.

Zahlreiche Besucher schlendern an den Ständen vorbei, treffen auf alte Bekannte der Gladbecker Kunst-Szene. Wie Klaus Greuel von der Kunstschmiede, der hier einige seiner Arbeiten ausstellt. „Ich fand die Idee gut, dass das hier ein Kulturstandort werden kann. Das unterstütze ich gerne.“ Gleich neben ihm sind Schmuck-Häkelarbeiten von Britta Greuel zu sehen. Und nicht viel weiter stehen Holzskulpturen von Ralf Augustin. Die klangliche Kulisse dazu bietet noch immer Heiko Fänger, ein Freund der Familie, der auch schnell mit an Bord war.

„Ich bin ganz begeistert, wie viele Menschen gekommen sind. Und sogar das Wetter spielt mit“, strahlt die Initiatorin. Viele Besucher sind auch gekommen, um die alte Gaststube, die seit 1957 nicht verändert wurde, zu sehen. Eingerichtet wurde die gute Stube damals von Hedwig Dieckmann (92) und ihrem Mann Heinrich. Und eigentlich verbirgt sich hinter dem Kunstmarkt auch ein bisschen eine Geburtstagsüberraschung für die 92-Jährige. „Sie sollte es noch einmal erleben, dass so viele Menschen auf dem Hof zu Gast sind.“

In der Gaststube gibt es heute allderings kein Bier mehr. Oder andere Kaltgetränke. Vielmehr wird hier Kultur geboten. Genauer Literatur. Die Bottroperin Jutta Kieber liest, am alten Tisch sitzend, Kurzgeschichten und Texte. Um sie herum hocken interessierte Gäste auf alten Stühlen in der Kulisse eines typischen Wohnzimmers der 50er Jahre. Dazu gibt es „Gezwiebeltes“, heitere Gedichte, zuweilen auch bissig, immer aber hinterlassen sie in den Gesichtern der Zuhörer ein Schmunzeln.

Draußen wird derweil das schöne Wetter genossen. Bei hausgemachtem Kuchen und Biowein von Spickermanns Bioladen sitzen die Gäste von Kunst umgeben. Und es gibt viel zu entdecken. Sogar inmitten der Hecke. Da leuchten farbige Blüten von Grün umgeben. Es sind die Fotoarbeiten von Heike Maurer. Die Hobbyfotografin überzeugt hier mit farbenfrohen Motiven. Dass sie ihre Bilder in derartig natürlicher Umgebung präsentieren würde, ahnte sie am Morgen allerdings auch noch nicht. „Die eigentliche Hängung ging nicht wegen des Windes. “

Die Zuhörer der Lesung strömen derweil wieder nach draußen. Schon geht es mit Musik weiter. Und während die ersten den Hof Dieckmann wieder verlassen, reißt der Zustrom der neugierigen Besucher an diesem Samstag Nachmittag noch lange nicht ab.

Kira Schmidt



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