Künstlerischer Entwurf als Vorschlag für Gedenkstätte

Mit einzelnen Namensplaketten wollte die Stadtverwaltung an Gladbecker Euthanasie-Opfer erinnern. Und stieß ihrem Entwurf auf Widerstand.
Mit einzelnen Namensplaketten wollte die Stadtverwaltung an Gladbecker Euthanasie-Opfer erinnern. Und stieß ihrem Entwurf auf Widerstand.
Foto: WAZ FotoPool
Gladbecks Stadtverwaltung und Bündnis für Courage haben sich auf eine Arbeit zum Gedenken an Euthanasie-Opfer geeinigt. Vorstellung im Ausschuss.

Gladbeck..  Ein Konsens scheint in greifbare Nähe gerückt zu sein: Das Bündnis für Courage als Ideengeber und die Stadtverwaltung haben sich auf einen künstlerischen Entwurf für eine Gedenkstätte geeinigt, die an Euthanasie-Opfer erinnern soll. Das sagte Stadtsprecherin Christiane Schmidt gestern auf Anfrage der WAZ.

Wie soll die Gedenkstätte gestaltet sein?

Das Bündnis für Courage und Rathaus-Vertreter hatten eine Arbeitsgruppe gebildet, um das Gedenkprojekt in die Tat umzusetzen – doch in der Zusammenarbeit schien es zu haken, wie sich in einer Sitzung des Kulturausschusses im vergangenen November herausstellte. Die Gestaltung einer solchen Gedenkstätte hatte hitzige Diskussionen entfacht. Sollte es eine Tafel mit Namen sein? Oder ein Kunstwerk? Und wo wäre diese Stelle der Erinnerung idealerweise platziert?

Die nun favorisierte Arbeit soll in der ersten Sitzung des Kulturausschusses nach den Sommerferien vorgestellt werden. Christiane Schmidt: „Dann wird der Künstler oder die Künstlerin anwesend sein und die Arbeit erläutern.“

Heftige Diskussion im Ausschuss

Zu Einzelheiten des Vorschlags mochte sich die Stadtsprecherin indes zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. Ob die bislang im Raume stehende – und umstrittene – Idee mit dem aktuellen Entwurf vom Tisch sei? „Das kann ich nicht sagen. Auch nicht, ob der künstlerische Entwurf den Verwaltungsvorschlag beinhaltet“, so Schmidt.

Die Verwaltung hatte bei besagtem Termin des Kulturausschuss im November 50 einzelne Plaketten aus Plexiglas oder Metall mit den Namen von Euthanasie-Opfern als Gedenkstätte präsentiert. Sie sollten dort angebracht werden, wo einst das Gesundheitsamt stand, heutzutage das Grundstück des Neuen Rathauses. „Insbesondere die Gesundheitsämter waren in Folge der ,Vereinheitlichung des Gesundheitswesens’ 1934 für die Durchführung der rassenhygienischen Bevölkerungspolitik im Sinne der NS-Politik zuständig“, argumentierte die Verwaltung. 5000 Euro waren veranschlagt.

Bürger soll angesprochen werden

Doch die Verwaltung stieß mit ihrem Vorschlag auf den Widerstand des Bündnisses, das sich überrumpelt fühlte. Dessen Sprecher Roger Kreft führte aus, dass die Gruppe sich eine künstlerische Ausführung vorstelle, sogar Kontakt zu einem Künstler sei geknüpft worden: Man wolle etwas schaffen, das den Bürger anspreche.