Kühler Lehm für heiße Halde
12.09.2012 | 16:40 Uhr 2012-09-12T16:40:00+0200
Gladbeck. Die Moltkehalde erhält auf ihrer Südostseite auf 20 000 Quadratmetern eine neue Deckschicht, um den Warmbereichen im Halden-Inneren den Sauerstoff zu entziehen und um so etwaigen Selbstentzündungen vorzubeugen.
Schon seit den 80-er Jahren steht die Moltkehalde unter besonderer Beobachtung der geologischen Fachleute - denn hier auf der Moltkehalde wurde Bergematerial bereits seit dem Jahr 1900 fortlaufend aufgeschüttet. Und dieses Bergematerial aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts enthielt stets hohe Restkohle-Anteile, was das Risiko einer Halden-Selbstentzündung deutlich erhöht.
Auf spektakuläre Weise wurde das in den 80-er Jahren deutlich, als es auf der Moltkehalde infolge der Selbstentzündungen im Inneren der Halde sogar zu Bränden an der Haldenoberfläche kam. Dies geschah damals auf der Südseite, die daraufhin mit einer Lehm-Spezialschicht abgedeckt wurde, um so den Brandherden im Halden-Inneren den Sauerstoff zu entziehen. Das Projekt war damals erfolgreich; die Selbstentzündung - und -erwärmung auf der Südseite des Areals konnte langfristig gestoppt werden.
Projekt erfolgt zeitgleich mit der Nattbach-Renaturierung
Ganz ähnlich gehen die geologischen Spezialisten der RAG Montan Immobilien GmbH nun auf der Südost-Seite der Moltkehalde vor: Auch hier wurden und werden erhöhte Temperaturwerte im Halden-Inneren von den Spezial-Sonden gemessen. Werte um die 70 oder 80 Grad sind das; Werte, die noch weit entfernt sind von Prozessen der Selbstentzündung (mehrere hundert Grad sind dafür nötig), die aber gleichwohl langfristig vermindert werden sollen.
Bei der RAG Montan Immobilien GmbH nutzt man für das Projekt auf der Südostseite des Moltkehalden-Areals sozusagen die Gunst der Stunde - denn derzeit laufen ja in Regie der Emschergenossenschaft weitere umfangreiche Arbeiten am Nattbach, der hier direkt am Haldenfuß liegt und der wie viele andere Emscherzuflüsse renaturiert wird. Zeitgleich mit der ökologischen Nattbach-Neugestaltung geht hier nun bis Anfang 2014 die umfangreiche Halden-Sanierung über die Bühne.
Neue Spundwand auf einer Länge von 500 Metern
Auch hier wird eine neue lehmige Deckschicht aufgetragen, die dann noch eine weitere Schutzschicht erhält; und auch hier dient das alles dazu, den Warmbereichen im Halden-Inneren den Sauerstoff zu entziehen. Um die umfangreichen Geländearbeiten durchzuführen, wird auf einer Länge von 500 Metern eine neue Spundwand errichtet, denn anders lässt sich das Aufbringen der neuen Haldenschicht gelände-technisch nicht erledigen - der Platz ist begrenzt, der Nattbach ist nahe.
Diplom-Geologin Vera Reschke und ihr Team steuern und überwachen in diesen Wochen fortlaufend die umfangreichen Arbeiten an der Haldenböschung. Tatsächlich erhält die Moltkehalde an dieser Stelle in gewisser Weise ein neues Gesicht - damit sie in den kommenden Jahren möglichst „cool“ bleibt. . .
18:51
nicht zu schütten , viele kleine Vulkane möglich ?
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