Kritik unerwünscht?

Beide Redner nutzten den Neujahrsempfang auch dazu, Schelte an den lokalen Medien zu üben. Dem Bürgermeister gefielen Zitate von Bürgern nicht, die sich vor dem Start des Innenstadtumbaus zu befürchteten Nachteilen für Händler und Bürger in der WAZ äußerten.

Gladbeck.. Beide Redner nutzten den Neujahrsempfang auch dazu, Schelte an den lokalen Medien zu üben. Dem Bürgermeister gefielen Zitate von Bürgern nicht, die sich vor dem Start des Innenstadtumbaus zu befürchteten Nachteilen für Händler und Bürger in der WAZ äußerten.

Die Zeitung habe damit ein Schreckensszenario entworfen, empörte er sich. Der Vorsitzende der Gladbecker Wirtschaft beklagt das Fehlen differenzierter Argumente, bezeichnete die lokalen Medien gar als „verbale Brandbeschleuniger“, die diese Form der Aufmerksamkeitserregung zunehmend als „Trendsportart“ ausübten.

„Verbale Brandbeschleuniger?“ – wer das, zumal in diesen Tagen, so leichthin sagt, offenbart ein erschreckendes Maß an medialer Unsensibilität.

Deshalb an dieser Stelle etwas Nachhilfe in Sachen Pressefreiheit: Aufgabe auch der lokalen Medien ist es, die Vielfalt der Meinung in einer Stadt abzubilden. Dazu gehört, die Bürger mit ihren kritischen Anmerkungen zu Wort kommen zu lassen. Das muss nicht jedem gefallen, aber so ist das in einer offenen Gesellschaft. Hofberichte schreiben wir nicht – und versichern hiermit unseren Lesern: Wir bieten Ihnen weiterhin eine kritische Berichterstattung. Maria Lüning-Heyenrath