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"Kriegstrauma" beschäftigt Schwurgericht

18.03.2009 | 17:59 Uhr
"Kriegstrauma" beschäftigt Schwurgericht

Explosion in Brauck: Behandelnde Ärzte sagen aus im Fall des wegen Mordes und dreifachen Mordversuchs angeklagten Mirko P.

Ist der wegen Mordes und dreifachen Mordversuchs angeklagte 47-jährige Mirko P. durch seine Kriegserlebnisse so schwer traumatisiert, dass er nach der Explosion des Mehrfamilienhauses an der Horster Straße in einer Art Panik geflohen ist?

Einer Explosion, die die von ihm getrennt lebende Ehefrau Mitte September ausgelöst haben soll, um ihn zu vernichten. So jedenfalls lautet die Einlassung des Angeklagten.

Das Schwurgericht in Essen befasste sich gestern mit der Psyche des 47-jährigen Mirco P. Der Gladbecker war 2001 und 2002 vor der drohenden Abschiebung zweimal stationär in den evangelischen Kliniken in Gelsenkirchen behandelt worden.

Er hatte mit Selbstmord gedroht, wenn er abgeschoben werde. Aus Angst wieder dorthin zurück zu müssen, wo er so viel Leid des Krieges habe ertragen müssen, sei es bei ihm wohl zu einer sogenannten Posttraumatischen Belastungsstörung gekommen, berichteten gestern zwei ihn damals behandelnde Ärzte.

Dabei wurde aber auch deutlich, dass eben diese Fachärzte, Psychiater und Psychologen, zunächst absolut nicht einig darüber waren, ob dem Bosnier tatsächlich die Kriegserlebnisse belasten oder nur die Abschiebung aus Deutschland. Fakt ist: Mirco P. war gerade einmal drei Monate in die Kriegswirren verwickelt gewesen.

Die Verteidigung zielt darauf ab, dass ihr Mandant als kriegstraumatisiert völlig in Panik geraten war, als die Explosion hochging. Damit sollte die Flucht Mirco P.s unmittelbar nach der Explosion erklärt werden. Der 47-Jährige hatte sich nämlich erst einen Tag nach dem Feuer bei der Polizei gestellt, die ihn mit Haftbefehl suchte.

Bei dem Brand am 13. September war eine 61-jährige Frau ums Leben gekommen. Ihr ahnungsloser Mann, zur Zeit des Feuers im Krankenhaus, starb im Dezember. Drei Menschen konnten sich in letzter Minute aus den Flammen retten.

Der Prozess geht weiter. (cgr)

Christa Gruber

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Kommentare
22.03.2009
03:21
Kriegstrauma beschäftigt Schwurgericht
von Kritikaster | #2

gerade einmal drei Monate in die Kriegswirren verwickelt
Wieso gerade einmal?
Drei Monate Krieg reichen für Dutzende von Traumata!
Ist das vor dem Urteil überhaupt geprüft worden, ob das auf den Verurteilten zutrifft?

19.03.2009
08:34
Kriegstrauma beschäftigt Schwurgericht
von nochAboLeser | #1

der Versuch des Verteidigers
diesen Trick zu unternehmen
ist ja nicht strafbar,
aber ich hoffe nur, die Tote und der Versuch zu Töten wird gesühnt ! !

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