Kreuzbund hofft auf rege Resonanz beim Tag der offenen Tür

Kreuzbund-Vorsitzender Michael Skerstinat.
Kreuzbund-Vorsitzender Michael Skerstinat.
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Was wir bereits wissen
Seit vielen Jahrzehnten ist der Kreuzbund Gladbeck für suchtkranke Menschen präsent. Am Samstag (21. Februar) gibt es nun einen Tag der offenen Tür.

Gladbeck..  Der Termin rückt näher - und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Der Kreuzbund Gladbeck, Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke Menschen und deren Angehörige, lädt am Samstag, 21. Februar, in der Zeit von 10 bis 14 Uhr in die Gruppenräume des Kreuzbundes (gegenüber dem Oberhof, Bachstraße 1) zum Tag der offenen Tür. Die WAZ-Lokalredaktion hat bereits im Dezember über die Veranstaltung berichtet, die federführend vom Kreuzbund-Vorsitzenden Michael Skerstinat organisiert wird.

Herr Skerstinat, wie haben Sie selbst den Weg zum Kreuzbund gefunden?

Michael Skerstinat: Daran erinnere ich noch ganz genau. Nach einem Krankenhausbesuch, der mich persönlich schwer belastete, fuhr ich am 2. Januar des Jahres 1999 auf der Europabrücke und hatte folgenden klaren Gedanken: Entweder fährst Du rechts über Schultendorf nach Zweckel und säufst dich tot oder geradeaus nach Kirchhellen ins Krankenhaus. Da ich fest an Engel glaube, hat mich mein Schutzengel geradeaus fahren lassen. Seit diesem Tag lebe ich ohne Rückfall abstinent. Der Hartnäckigkeit eines anderen Gladbecker Mitpatienten habe ich es zu verdanken, dass er mich überredet hat, mal zum Kreuzbund mitzugehen. Seit dem ist der wöchentliche Gruppenbesuch ein Schutzwall und fester Bestandteil in meinem Leben geworden.

Nun wollen Sie mit einem speziellen Tag der offenen Tür für den Kreuzbund werben - warum?

Obwohl der Kreuzbund schon seit vierzig Jahren in Gladbeck fortlaufend aktiv ist, wissen nur wenige Menschen etwas über den Kreuzbund. Wir werden oft immer noch mit anderen Suchtselbsthilfegruppen wie den Anonymen Alkoholikern und dem Blauen Kreuz verwechselt. Wir konkurrieren untereinander nicht, denn wir haben ja ein gemeinsames Ziel: Suchtkranken Menschen zu helfen. Der Kreuzbund ist jedoch anders strukturiert und bietet den suchtkranken Menschen ein vielfältiges Angebot. Das wollen wir am Samstag allen Gästen verdeutlichen.

Was zählt alles zum Kreuzbund-Programm?

Neben einer Fülle an Informationsmaterialien bieten wir unseren Gruppenbesuchern auch die Problembewältigung in der Gruppe, Freizeitaktivitäten, den Besuch von themenbezogenen Seminaren und die Persönlichkeits- und Weiterbildung an. Wir arbeiten sehr eng mit der psychosozialen Beratungsstelle der Caritas zusammen. Wir haben im Stadtverband Gladbeck sieben Gruppen und eine Info-Gruppe. Aus diesen sieben Gruppen setzt sich zusätzlich eine reine Angehörigengruppe zusammen. Die Mitgliedschaft im Kreuzbund ist sehr erwünscht, aber (noch) nicht zwingend.

Welche Suchtgefahren stehen besonders im Blickpunkt?

Der Schwerpunkt liegt zunächst in den stoffgebundenen Süchten wie Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit. In Zukunft wird sich der Kreuzbund jedoch auch mit anderen, nicht stoffgebundenen Süchten wie Spielsucht, Internetsucht, Kaufsucht beschäftigen müssen. Wir wollen in diesem Punkt mit der Zeit gehen und auch diese Themenfelder verstärkt ins Visier nehmen.

Wer ist am Samstag eingeladen, an die Bachstraße zu kommen?

Grundsätzlich sind an unserem Tag der offenen Tür alle Bürgerinnen und Bürger Gladbecks eingeladen. Wir haben aber auch alle Ratsfraktionen, Verwaltungsleute, Sponsoren und alle örtlichen Selbsthilfegruppen angesprochen. Erfreulicherweise haben Bürgermeister Ulrich Roland, der Erste Beigeordnete Rauner Weichelt und auch der Geschäftsführer des Caritasverbandes Gladbeck bereits fest zugesagt.

Unsere Hauptadressaten sind jedoch die hilfesuchenden Menschen. Wir hoffen, dass wir bei unserem Tag der offenen Tür auch die enorme Hemmschwelle ein wenig abbauen können, die es leider vielfach immer noch gibt.