Kostümball in den Oberstufen

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Ist Ihnen auf den Weg zur Arbeit zufällig ein Jedi-Ritter entgegen gekommen? Oder ein wildgewordenes gelbes Pokemon? Wahlweise auch ein Schüler im Minirock und hohen Schuhen? Nicht wundern, derzeit laufen die Mottotage in allen Gladbecker Oberstufen. Auf dem Weg zum Abitur hat es sich eingebürgert, es in der letzten Schulwoche noch einmal sehenswert krachen zu lassen: Musik in den Pausen, lustige Transparente und eben jeden Tag eine andere Verkleidung: Horrorkostüme, Traumpärchen, Maskenball oder der erste Schultag gelten als Motto-Vorgabe.

Klare Regeln für die Schulsause

Was ist an diesen Tagen erlaubt und was nicht? „Wir haben klare Regeln bekommen“, erklärt Marie Makowka, die Stufensprecherin der angehenden Abiturientia des Riesener Gymnasiums. Heißt konkret: Kein Stören des Unterrichts und kein Alkohol. „In den letzten Jahren hat es an allen Schulen erhebliche Probleme mit und durch Alkoholkonsum gegeben“, weiß Michael Nieswandt, Schulleiter Riesener-Gymnasium. „Wir haben auch über ein Verbot nachgedacht. Die Schüler haben uns jedoch die Wichtigkeit dieser Woche verdeutlicht. Bisher ist alles im Rahmen geblieben. Das ist sehr positiv. Darüber freuen wir uns“, betont Nieswandt. Hans-Christoph Pocha, Schulleiter Ratsgymnasium erklärt: „Es soll ein ausgelassener und fröhlicher Ausklang der Schulzeit sein. So wie es jetzt läuft, gönnen wir es den Schülern natürlich.“

„Wir halten uns an die Regeln“, lautet auch die Botschaft von Marie Makowka. Ohne Reibungen sei es bei der Planung der letzten Schulwoche jedoch nicht geblieben: Vorab gab es Unmut auf Seiten der Schüler. „Es sollte nur drei Mottotage geben“, so Makowka. Darauf einigten sich die Schulleiter vorab. Die Schüler zeigten sich von dieser Absprache wenig begeistert. Manch einer erschien so zum Wochenanfang trotzdem im Kostüm.

Dass den Schülern das besonders beliebte Thema „Asi“, bei dem sie sich am letzten Schultag in „Adiletten“, weißen Tennissocken, ballonseidenem Trainingsanzug und Feinripp-Unterhemd präsentieren, ist den Schülern untersagt worden. „Das hat zu unschönen Bildern geführt“, begründet Nieswandt. Die Zulassung zu den Abiturprüfungen am Freitag sollen in vernünftiger Bekleidung abgeholt werden: „Das ist nun auch kein unwichtiger Tag und da halte ich einen vornehmeren Stil für angebracht.“ Am Riesener-Gymnasium einigte man sich so auf das Motto „schicker Maskenball“. Am „Rats“ werden sich dann die „Hipster“ versammeln.

Die Nachricht der schrecklichen Flugzeugkatastrophe führte am Mittwoch aber zu einem ruhigeren Mottotag der „Helden der Kindheit“. „Selbstverständlich nehmen wir Rücksicht“, erklärt Lina Paasch, Stufensprecherin des Heisenberg-Gymnasiums. „Es gab eine Schweigeminute“, erklärt die angehende Abiturientin. Auf laute Musik wurde verzichtet: „Das versteht sich von selbst“, so „Heisenbergerin“ Julia Lausmann. Am Ratsgymnasium gibt die Abiturientia den Anstoß für eine Gedenkminute. „Die Stimmung war deutlich gedrückt. Das war zu spüren“, so Hans-Christoph Pocha. „Es wurde rücksichtsvoll mit dieser Situation umgegangen.“

Abschlussparty unter freien Himmel

Nach der Abi-Zulassung am Freitagmorgen geht es für alle Schulabgänger traditionell nach Wittringen. Auf der großen Wiese am Denkmal wird unter freien Himmel zur großen „Abschlussparty“ geladen, ehe es in den Prüfungsstress geht. In den Lernvorbereitung ist dann erst einmal wenig Platz für Party.