Kostenpflichtiges Parken an Schulen - Lehrer sind sauer

Der Parkdruck an den Schulen ist groß - hier das Ratsgymnasium an der Mittelstraße.
Der Parkdruck an den Schulen ist groß - hier das Ratsgymnasium an der Mittelstraße.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Lehrer und weitere schulische Kräfte sollen ab April fürs Parken an den Schulstandorten zahlen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sagt nein.

Gladbeck.. Ab April ist an den Schulen ein großer Teil der Parkplätze für Lehrer, Sekretärinnen, Hausmeister oder auch für das Personal der Ganztagsbetreuung kostenpflichtig - 20 Euro pro Monat, also 240 Euro im Jahr kostet künftig ein Parkplatz.

Am 12. Januar kündigte die Stadt diese Maßnahme der Haushalts-Konsolidierung offiziell an; mittlerweile hat sich dieses Projekt an den Schulstandorten herumgesprochen. „Die Lehrer sind richtig sauer“, sagt eine Schulsekretärin im Gespräch mit der WAZ. Und das gelte nicht nur für die Pädagogen, sondern auch für Schulsekretärinnen und die weiteren Angstellten im Schuldienst.

Die Pädagogen haben mittlerwile auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) eingeschaltet, deren Ortsverband Gladbeck mit Elfi Jonton und Nicola Thiele im Leitungsteam nun eine ausführliche Stellungnahme auf den Weg schickte. Ihr Kernpunkt lautet: „Die GEW in Gladbeck lehnt diese Pläne ab und fordert alle Betroffenen auf, sich dagegen zu wehren und eine Anmietung zu verweigern.“ Und weiter heißt es: „Die Stadt macht es, weil die Bezirksregierung Münster ihren Haushalt kontrolliert und Druck macht, ihre Einnahmen zu erhöhen. Im Endeffekt sollen die Arbeitskräfte an den Schulen neue Kosten, wie z. B. Inklusionsaufgaben, bezahlen.“

„Müssen wir demnächst auch noch die Stromrechnung selbst bezahlen?“

Ginge man von einer Schule wie der Gesamtschule in Rentfort-Nord aus, wo ca. 100 Personen beschäftigt seien, bedeute die neue Parkraum-Bewirtschaftung ein Mietaufkommen von 24 000 Euro im Jahr, so die GEW. Insgesamt erhofft sich die Stadt nach eigenen Angaben stadtweite jährliche Zusatzeinnahmen von rund 100 000 Euro.

Politik raus aus der Deckung!

Die GEW: „Nein. Hier wollen wir Einhalt gebieten. Die GEW Gladbeck fordert die Beschäftigten auf, sich auf diese Kostenregelung nicht einzulassen, sondern alternative Parkgelegenheiten zu nutzen und gegebenenfalls auch Fußwege in Kauf zu nehmen.“

Die Gewerkschaft wertet in ihrer Stellungnahme die Einführung der Parkgebühren an Schulen nur als Auftakt zu weiteren ähnlichen Maßnahmen: „Heute ist es die Parkgebühr für Lehrer. Und was kommt dann? Müssen wir demnächst auch noch die Stromrechnung selbst bezahlen? Wir wissen, dass die Stadt wenig Geld hat und letztlich die Bezirksregierung den städtischen Haushalt bestimmt. Wir wissen auch, dass seitens des Bundes und des Landes immer wieder Lasten auf die Gemeinden verlagert werden, wie z. B. bei der Inklusion. Hier tragen die Lehrer eine gewaltige Last. Müssen sie diese Aufgaben aber auch noch selbst bezahlen? Die GEW sagt nein.“