Köhnestraße erinnert an den Entdecker der Gladbecker Kohle

Die Köhnestraße in Butendorf erinnert an den Begründer des Moltke-Bergbaus Friedrich Köhne.
Die Köhnestraße in Butendorf erinnert an den Begründer des Moltke-Bergbaus Friedrich Köhne.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Im Jahr 1871 stieß Friedrich Köhne als erster bei Probebohrungen in Gladbeck auf Kohle. Der Grubendirektor stammte aus Mülheim.

Gladbeck..  Die Köhnestraße in Butendorf, zwischen Brüggenstraße und Allmannstraße gelegen, erzählt ein Stück Stadtgeschichte aus der Zeit, als aus dem Dorf langsam die Stadt Gladbeck werden sollte.

Die rund 300 Meter lange Straße erinnert an Friedrich Köhne, der Grubendirektor der Zeche Vereinigte Sellerbeck in Mülheim und schließlich Begründer des Moltke-Bergbaus war. Köhne gilt als der erste, der 1871 in Gladbeck nach Kohle gebohrt hat.

Im November 1871 stieß er bei einer Bohrung 350 Meter nordwestlich der Dorfkirche (heutige Postallee/Ecke Mittelstraße) in 338,72 Meter Teufe auf einen Steinkohlenflöz. Noch an zwölf weiteren Stellen wurde er fündig: Vier davon lagen in der Gegend der heutigen Post, eine an der Steinstraße, vier bei Schulte-Pelkum in Ellinghorst und vier an der Boye. Die Gladbecker feierten das Ereignis – ohne zu ahnen, was auf sie und ihr dörfliches Leben zukommen sollte.

Köhne erhielt vom damaligen Landesherrn, dem Herzog von Arenberg, und vom Oberbergamt Dortmund die Rechte verliehen, die 13 Grubenfelder abzubauen. Die Verleihung erfolgte am 10. Juni 1873. Doch er wollte sie nicht selbst erschließen und verkaufte drei Grubenfelder (Rieckchen, Gretchen, Anna) für 240 000 Taler am 30. Oktober 1873 weiter. Sie wurden unter dem Namen „Graf Moltke“ konsolidiert (vereinigt) – von einem Konsortium, das aus fünf Unternehmern aus Essen und Mülheim bestand, darunter dem Bergbaupionier Johann Sellerbeck. Zwei Tage später gründeten die Investoren die Bergwerksgesellschaft unter dem Namen Graf Moltke. Vier Wochen darauf begann man mit dem Abteufen.

Zu Ehren des Entdeckers der Gladbecker Kohle erhielt die Köhnestraße, an der sich Wohnbebauung befindet, im März 1921 den Namen des Bergbaupioniers. Die Köhnestraße liegt in einem der ältesten Quartiere Butendorfs. Für die Lage des Viertels war offenbar entscheidend, dass es zwischen der Landstraße (der alten Verbindungsstraße nach Horst), an der sehr früh Zechenhäuser gebaut worden waren, und der neuen Bahnlinie lag.