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„Kleines politisches Wunder“ für den Vater von GLA, WAT, WAN und CAS

27.12.2012 | 13:25 Uhr
„Kleines politisches Wunder“ für den Vater von GLA, WAT, WAN und CAS
Prof. Ralf Bochert mit Altkennzeichen.

Gladbeck.   Nicht überall vollzieht sich die Rückkehr der Altkennzeichen so zügig wie im Ruhrgebiet, sagt Ralf Bochert. Der Professor sorgte mit dafür, dass WAN, CAS und WAT zurückkehren konnten. Ein Abebben etwa der GLA-Euphorie sieht Bochert nicht.

Das GLA ist da! Das Jahr 2012 brachte (s)ein „kleines politisches Wunder“. So formuliert Ralf Bochert es im aktuellen WAZ-Interview: Der Heilbronner Professor sorgte im Jahr 2012 mit dafür, dass das GLA an die Stoßstange zurückkehrte.

Das GLA und die Rückkehr der Altkennzeichen - ein kleines politisches Wunder?

Prof. Bochert: Ja, durchaus. Auch ich hätte nicht vermutet, dass das Projekt so schnell verwirklicht werden könnte. Die Landkreise in Bayern und Baden-Württemberg etwa wehren sich viel mehr gegen die Rückkehr der Altkennzeichen. Bei Ihnen in Nordrhein-Westfalen ist das Selbstbild der Kreise etwas nüchterner. Im Kreishaus Recklinghausen zum Beispiel ist man sich bewusst, dass man eine Identifikation auf das „RE“ in Gladbeck nicht verordnen kann.

Also vollzieht sich die Rückkehr der Altkennzeichen nicht überall so zügig wie im Ruhrgebiet?

Genau. In ganz Baden-Württemberg zum Beispiel sind bisher lediglich fünf von 29 Altkennzeichen wieder eingeführt worden. Die Kreise gehen dort viel zögerlicher mit dem Thema um.

Skeptiker in Gladbeck behaupten, die GLA-Euphorie ebbe nun aber ganz schnell wieder ab. .

Das glaube ich nicht. Natürlich gab es erst einmal eine Reservierungswelle und einen Riesenansturm. Doch die Erfahrung zeigt auch in anderen Städten: Das Kennzeichen-Thema bleibt in den Köpfen der Menschen erhalten. Und wenn jemand ein neues Fahrzeug anschafft und anmeldet, entscheidet er sich dann in Gladbeck gerne für das GLA statt für das RE. Ähnlich sieht es in Castrop-Rauxel (CAS) und anderen Städten aus.

HINTERGRUND
Altkennzeichen mit einem G am Anfang

Da gibt es nicht nur das GLA:

GA = Gardelegen, GAN = Gandersheim in Bad Gandersheim; GC = Glauchau Zwickau, GHA = Geithain Leipziger Land, GHC = Gräfenhainichen Wittenberg, GN = Gelnhausen Main-Kinzig-Kreis, GNT = Genthin Jerichower Land, GOA = St. Goar Rhein-Hunsrück-Kreis, GRH = Großenhain Meißen, GRM = Grimma Landkr. Leipzig.

Gladbeck mit seinem einstigen Kampf um die kommunale Selbstständigkeit ist also so etwas wie ein Paradebeispiel für den Sinn der Kennzeichen-Liberalisierung?

An das GLA für Gladbeck musste man aus meiner Sicht sozusagen nur einen Haken dranmachen. Hier waren wirklich alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rückkehr des Altkennzeichens gegeben. Man sieht ja auch an den ganz ähnlichen Ruhrgebiets-Beispielen Castrop-Rauxel, Wattenscheid oder Wanne-Eickel, wie gut das bei den Menschen ankommt als Beitrag zur Stärkung der lokalen Identität.

Werden wir Sie noch öfter im Ruhrgebiet sehen?

Ja. Ich kenne die Region inzwischen sehr gut. Ich werde nun aber nicht mehr so oft wie früher die Städte des Ruhrgebiets besuchen. Die Altkennzeichen sind ja jetzt da!

Wie ist der aktuelle Stand beim bundesweiten Projekt der Kennzeichen-Liberalisierung?

Ab dem 2. Januar 2013 werden in Hessen nach dem schon reaktivierten WZ für Wetzlar nun weitere neun Altkennzeichen vergeben - wie DI für Dieburg, USI für Usingen oder BÜD für Büdingen. Damit erhöht sich die Zahl der jetzt wiedereingeführten Ortskennungen von Kfz-Kennzeichen in Deutschland auf 140. Die Liste reicht von AE für Auerbach im Vogtlandkreis bis ZZ für Zeitz im Burgenlandkreis.

  1. Seite 1: „Kleines politisches Wunder“ für den Vater von GLA, WAT, WAN und CAS
    Seite 2: Service: 140 Kennzeichen im aktuellen Überblick

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Kommentare
28.12.2012
09:44
„Kleines politisches Wunder“ für den Vater von GLA, WAT, WAN und CAS
von Guntram | #4

Die Diskussion um einen erhöhten Aufwand ist doch absurd. In den meisten Staaten sind die Autokennzeichen unabhängig vom Wohnort, siehe Niederlande, Belgien, Dänemark, Schweden, Großbritannien usw.
Ob da nun BO oder WAT oder XY vorne steht, ist vollkommen egal. Letzlich ist es doch nur eine Registriernummer, die zu einem Auto zugeordnet wird. Etwa wie eine Fahrgestellnummer. In vielen Ländern behalten Autos ihr Kennzeichen auch ein Autoleben lang. Eigentlich müsste es daher auch sogar möglich sein, dass man in Münster sein Auto für Wanne-Eickel anmeldet. Letztlich kommen die Datens ins Zentralregister.
Ich möchte aber gerne anregen, dass man auch den Bereich hinter dem Städtekürzel frei gibt. So wie in Österreich. Dort können Buchstaben und Zahlen wesentlich freie gewählt werden. Da gibt es dann TONI1 oder MARIA2 oder 123FRITZ. Auch das sind doch letztlich nur reine Buchstaben- und Zahlenkombinationen zur Erkennung. Nichts anderes als ein belgisches 1-XYZ-123.

1 Antwort
„Kleines politisches Wunder“ für den Vater von GLA, WAT, WAN und CAS
von ichliebekoenigsblau | #4-1

ähnl. ist doch auch bei uns , gegen Gebühr, auch möglich;

ob derartiges im Ausland - kostenfrei - zur Verf. gestellt wird ??
Steht unter # 4 nicht zu lesen;

weiterhin in USA ist noch mehr möglich ....

27.12.2012
20:06
Die Kreise sind eh eine überflüssige EInrichtung
von meigustu | #3

Der Zwang bestimmte Dienstleistungen dort einzukaufen ist für die Kommunen gerade bei uns oft ärgerlich, wenn man weiß, dass die benachbarte Großstadt bestimmte Verwaltungsverfahren billiger oder besser anbieten könnte.

27.12.2012
19:26
„Kleines politisches Wunder“ für den Vater von GLA, WAT, WAN und CAS
von ichliebekoenigsblau | #2

http://www.derwesten.de/region/rhein_ruhr/lokalpatriotismus-wir-leben-gern-im-ruhrgebiet-id7407576.html

zum Thema passend, glaube ich , dieser Artikel

27.12.2012
17:45
„Kleines politisches Wunder“ für den Vater von GLA, WAT, WAN und CAS
von Karlot | #1

Ich möchte gerne ein Kennzeichen, auf dem man auch meinen Stadtteil erkennen kann!
Die ganze Systematik ist nun dahin.

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