Kleine Störfeuer in der letzten Sitzung vor der Sommerpause

Die Nutzung von Sportplätzen kostet künftig Gebühren, beschloss der Rat der Stadt. Dies gilt für die Erwachsenengruppen.
Die Nutzung von Sportplätzen kostet künftig Gebühren, beschloss der Rat der Stadt. Dies gilt für die Erwachsenengruppen.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
DKP empört sich über Gebühren für Sportplätze, Linke wollte über PPP-Projekt Heisenberg diskutieren. Einhellige Zustimmung für neuen Feuerwehrchef Th. Koryttko.

Gladbeck..  Die letzte Ratssitzung vor der Sommerpause verläuft in der Regel eher entspannt. Das hätte am Donnerstag auch fast geklappt, doch dann gab es einige kleinere Störfeuer, die die frühsommerliche Harmonie etwas trübten. Franz Kruse (Die Linke) zeigte sich gleich zu Beginn bei der formal erforderlichen Zustimmung zur Tagesordnung störrisch, weil er partout nicht einsehen wollte, dass der Punkt „Diskussion über das PPP-Projekt Heisenberg“ auf die Zeit nach der Sommerpause verschoben wird. Argument: „Dies ist der einzige Termin, an dem die Lobbyisten Ernst&Young (die Berater, Anm. der Red.) nicht mit am Tisch sitzen und wir unabhängig beraten können“. Sein Antrag wurde, was nicht verwundert, abgelehnt.

Gescheitert ist auch Gerhard Dorka (DKP/Fraktion Soziales Bündnis) mit seinem letzten Versuch, die geplante Gebührenerhebung für die Nutzung der Sportplätze zu verhindern. Wie berichtet, sollen Erwachsenengruppen der Sportvereine künftig für die Nutzung der Gladbecker Sportplätze zahlen. Ein Beispiel: Kicken auf dem Fußballplatz kostet die SG Preußen 1,50 Euro pro Stunde - für die ganze Gruppe. Kinder- und Jugendgruppen bis 18 Jahren bleiben frei.

Dorka sieht in diesem Beitrag zur Haushaltssanierung (erwartete Einnahmen 100 000 Euro) einen Tabubruch, eine Weichenstellung für die Abschaffung kostenfreier elementarer Angebote. Das sei zudem ein „Schlag ins Gesicht der Ehrenamtlichen in den Vereinen“, empörte er sich.

Seine Fraktion ist jedoch die einzige, die diese mit allen Sportvereinen vorab ausführlich besprochene und vereinbarte Neuerung, ablehnt. „Es gab keinen Protest, aber auch keinen Jubel“, fasste Sportdezernent Rainer Weichelt die Reaktionen zusammen. Was nicht nur an den moderaten Gebühren liegen mag, sondern auch daran, dass Gladbeck weit und breit eine der einzigen Städte ist, wo Sportplätze bislang überhaupt noch kostenfrei genutzt werden konnten. SPD-Fraktionschef Michael Hübner unterstützte Weichelts Ausführungen, wies auf die ganz und gar nicht rosige Finanzlage der Stadt hin. Auch nach dem Abbau des Defizits bleiben insgesamt 300 Mio Euro Kreditschulden.

Völlig einig waren die Fraktionen im Rat der Stadt in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause in einem Punkt: Thorsten Koryttko wurde zum neuen Feuerwehrchef bestellt. Bürgermeister Roland: „Wir sind überzeugt, dass die Stadt bei ihm in guten Händen ist.“