Kira Benz zweite hauptamtliche Kraft beim Kinderhospizdienst

Kira Benz ist die zweite Koordinatorin beim Kinder- und Jugendhospizdienst Emscher-Lippe.
Kira Benz ist die zweite Koordinatorin beim Kinder- und Jugendhospizdienst Emscher-Lippe.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Um 18 Familien mit schwerkranken Kindern kümmert sich der ambulante Kinderhospizdienst. Jetzt arbeitet im Büro eine zweite hauptamtliche Kraft.

Gladbeck..  Vor zwei Jahren startete der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Emscher-Lippe mit seiner Arbeit in Gladbeck. Um sieben Familien mit schwerkranken Kindern kümmerte sich die hauptamtliche Koordinatorin Gisela Ewert-Kolodziej mit ihren ehrenamtlichen Helfern zu Beginn. Mittlerweile sind es 18 Familien, darunter fünf aus Gladbeck, und deshalb ist die Koordinatorin heilfroh, dass ihr jetzt eine hauptamtliche Kollegin zur Seite steht.

Erste Ansprechpartnerinnen

Kira Benz hat ihren Dienst am 16. April aufgenommen. Die 36-Jährige ist Heilpädagogin und Kinderkrankenschwester und arbeitete zuletzt in Bottrop in der Frühförderung. Für die neue Halbtagsstelle hat sich die Mutter einer fast achtjährigen Tochter sehr bewusst entschieden: „Auch als Kinderkrankenschwester war ich fast ausschließlich auf Stationen mit schwerstkranken Kindern eingesetzt. Meine zusätzliche Erfahrung als Heilpädagogin kann ich hier auch sehr gut einbringen. Ich habe einfach das Gefühl: Ich will das und ich kann das.“

Die Koordinatorinnen sind die ersten Ansprechpartnerinnen für Familien mit einem Kind, dem der Arzt eine lebensverkürzende Erkrankung attestiert und die sich Unterstützung des ambulanten Hospizdienstes wünschen. Sie wählen nach einem Besuch in der Wohnung der Betroffenen aus, welcher Begleiter am besten zu welcher Familie passt.

23 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind derzeit für den Kinderhospizdienst im Einsatz. In Kürze beenden zehn weitere den 80-stündigen Kursus, in dem sie von Gisela Ewert-Kolodziej auf ihre Aufgabe vorbereitet wurden, und sind dann bereit für ihre neue Aufgabe. Die ehrenamtlichen Helfer besuchen ihre Familien einmal in der Woche für mehrere Stunden, bieten den Familien „alltagspraktische Entlastung“. Sie beschäftigen sich in der Regel vor allem um das kranke Kind. Je nach Gesundheitszustand wird gespielt, gebastelt, vorgelesen, massiert . . . Manche Eltern wünschen sich, dass die Helfer vor allem für Geschwisterkinder da sind. Und selbstverständlich nehmen sich die Begleiter bei Bedarf Zeit für Gespräche mit den Eltern, und zwar so lange, wie es gewünscht wird – auch nach dem Tod des Kindes.

Obwohl die Zahl der betreuten Familien deutlich gestiegen ist – Gisela Ewert-Kolodziej weiß aus Erfahrung, dass nicht jede betroffene Familie den Weg zum ambulanten Hospizdienst sucht. „Im Zusammenhang mit Hospiz drängt sich sofort der Gedanke an den baldigen Tod des Kindes auf, und das können Eltern, die vielleicht gerade erst erfahren haben, dass ihr Kind lebensverkürzend erkrankt ist, oft nicht ertragen. Aber diese Vorbehalte sind falsch: Wir verstehen unseren Einsatz als Begleitung auf dem Lebensweg – und das oft über Jahre.“