Kesselwagen mit Aceton am Bahnhof in Gladbeck entgleist

Zur Unfallursache konnte die Bahn noch nichts sagen.
Zur Unfallursache konnte die Bahn noch nichts sagen.
Foto: Joachim Kleine-Büning
Was wir bereits wissen
Zum Glück verlief der Unfall glimpflich. Die gefährliche Flüssigkeit lief nicht aus. Bergung dauert allerdings Stunden. Zugverkehr nicht betroffen.

Gladbeck.. Unmittelbar unter der Europabrücke in Gladbeck, im Einfahrbereich zum Bahnhof West, ist es am Mittwochnachmittag zu einem Zugunfall gekommen. Eine Lokomotive und ein mit Aceton gefüllter Kesselwagen, die aus dem Ineos-Phenol-Werk in Gladbeck-Zweckel kamen, entgleisten in einem Weichenbereich.

"Der Kesselwagen ist zum Glück nicht leck geschlagen"

Verletzt wurde niemand, es lief auch kein Aceton aus. „Der entgleiste Kesselwagen ist Gott sei Dank nicht leck geschlagen“, sagte Feuerwehreinsatzleiter Uwe Seeliger kurz nach dem Unfall. Die Gladbecker Feuerwehr war um 15.28 Uhr alarmiert worden. Ausfließendes Hydrauliköl aus der verunglückten Lok, das sich entflammte, habe der Zugführer schnell selber löschen können, so Uwe Seeliger. Laut Bahn-Unfallmanager wurde der Zug mit insgesamt fünf Kesselwagen durch eine Entgleisungsweiche zwangsweise aus der Schiene gehoben, um möglicherweise Schlimmeres zu verhüten.

Unfallstelle liegt genau unter der Europabrücke

Was der Grund für die automatische Sicherungsmaßnahme war, konnte der Vertreter der Bahn noch nicht sagen. Die Unfallermittlungen liefen noch, hieß es. Mindestens acht Stunden dauert es, Lok und Kesselwagen, der ohne Füllung schon 65 Tonnen wiegt, wieder aufs Gleis zu setzen, nachdem die hinteren Kesselwagen abgetrennt und weggezogen sind. Hinderlich könnte bei der Bergung von Lok und Kesselwagen in Gladbeck sein, dass sich die Unfallstelle genau unter der Europabrücke befindet, die den Bewegungsspielraum nach oben einschränkt, so die Feuerwehr.

Laut Bahn war der normale Zugverkehr nicht von dem Unfall am Bahnhof West beeinträchtigt. Um die Sicherung der Unfallstelle kümmerten sich neben den Kräften von Feuerwehr und Bahn auch Polizei und Bundespolizei, die mit mehreren Wagen und zusammen mit mehr als 30 Einsatzkräften vor Ort waren.