Katholische Kirche in Gladbeck geht im Netz auf Sendung

Das Konzept fürs Web-Radio steht, jetzt brauchen (v.l.) Ludger Schollas, Claudia Himmelsbach und Ulli Völker nur noch viele engagierte Mitstreiter.
Das Konzept fürs Web-Radio steht, jetzt brauchen (v.l.) Ludger Schollas, Claudia Himmelsbach und Ulli Völker nur noch viele engagierte Mitstreiter.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Neue Wege beschreiten. Das Radio-Projekt von St. Lamberti soll ab September laufen. Für den „Hör’Genuss“ werden Mitmacher gesucht.

Gladbeck.. „Achtung: Wir sind auf Sendung.“ Das hat man bei Kirchens bisher selten gehört. Wurden doch die Botschaften bislang eher von der Kanzel oder im Kirchenblättchen verkündet.

Doch ab September können Gladbecker Katholiken und natürlich alle anderen Menschen in der Stadt Nachrichten, Ínterviews, Reportagen rund um Kirchturm und Gemeinde, aber auch aktuelle Stadtthemen über ein neues Medium erfahren: „Radio hör’Genuss“ geht im September einmal wöchentlich für eine Stunde „on air“, genauer ins Internet, ist am PC, übers Handy oder per Tablet zu hören, wird über social media verbreitet werden als App, über YouTube und via Facebook.

„ Web-Radio“ sagen Ulrich Völker (62), Claudia Himmelsbach (52) und Ludger Schollas (48) zu ihrem Projekt, das sie vom erstem O-Ton bis zum fix- und fertigen Sendekonzept selbst entwickelt haben. Damit wollen sie umsetzen, was das Bistum Essen nicht erst seit den jüngsten Kirchenschließungen predigt: Neue Wege in der Gemeindearbeit gehen, sie im Grunde ganz neu denken.

Gelernt haben die drei das in ihrer Ausbildung zu Ehrenamtskoordinatoren im Bistum, das „Web-Radio“ ist quasi die Abschlussarbeit, die sie mit nach Gladbeck gebracht haben. Und weil es durchaus ernst gemeint ist mit den „neuen Wegen“, die ja bei allem ehrenamtlichen Engagement nicht gänzlich kostenlos sind, gibt’s als Starthilfe in den nächsten drei Jahren 32000 Euro Zuschuss aus dem Innovationsfonds des Bistums. Der deckt 85 Prozent der Kosten, die übrigen 15 Prozent finanziert die Pfarrei.

„Uns sind alle willkommen, die an das Gute im Menschen glauben“

Mit der Summe lässt sich was machen: Ein Studio mit Mischpult und allem, was zu einer ordentlichen Radioausstattung gehört, wird eingerichtet in dem kleinen Büro im Gemeindezentrum an der Kirchstraße. Seminare werden gebucht bei der Landesmedienanstalt, damit die künftigen Radiomacher auch professionell ‘rüberkommen.

Künftige Radiomacher: Das ist das Stichwort, bei dem interessierte Menschen gleich welcher Konfession oder christlicher Erfahrung aufhorchen sollten. „Uns sind alle willkommen, die an das Gute im Menschen glauben, denn das ist der christliche Grundgedanke“, beschreibt Ulrich Völker das Anforderungsprofil. Gesucht werden Moderatoren und Reporter, Techniker und Kreative für die Arbeit am Mikro oder hinter dem Mischpult. Interessenten sollten mindestens 15 Jahre alt sein, nach oben gibt es keine Altersgrenzen.

Frech, kritisch, ernsthaft und seriös

Wohl aber Vorstellungen, wie Kirche im lokalen Internet-Radio daher kommen will: „Möglichst live, ein bisschen frech, spritzig und kritisch, aber auch ernsthaft und seriös“, fasst Claudia Himmelsbach zusammen. Kurz gesagt: Das Gemeinderadio soll alle Altersgruppen ansprechen und in dieser kirchlichen Umbruchzeit den Zusammenhalt der Gemeindemitglieder in der Großpfarrei St. Lamberti stärken, Ludger Schollas: „Es ist ein Baustein auf dem Weg in eine neue Zeit und Ausdruck unseres Leitbilds: Kümmert euch um die Menschen.“