Karin Rüter häkelt und strickt unermüdlich Molligwarmes

Karin Rüter liebt Handarbeiten aller Art.
Karin Rüter liebt Handarbeiten aller Art.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Stricken, häkeln, filzen nähen: Karin Rüter liebt Handarbeiten aller Art. Im September macht sie mit beim „2. Markt der Gladbecker Talente“.

Gladbeck..  Das Thermometer zeigt hochsommerliche Temperaturen – Karin Rüter kümmert das nicht. Sie strickt unermüdlich Mützen, Filzpantoffeln und Pulswärmer. Schon der Anblick treibt einem die Schweißperlen auf die Stirn. Die 64-Jährige lacht: „Schließlich will ich mitmachen beim 2. Markt der Gladbecker Talente, und bis dahin muss ich ungefähr noch 60 Paar Socken und 20 Paar Filzpantoffeln stricken. Hitze hin oder her.“

Das Faible für Handarbeiten hat sie von ihrer Mutter geerbt, glaubt Karin Rüter. „Sie hat uns vier Mädchen sozusagen eingestrickt, hat alles aufgeribbelt, was nicht mehr so gut war und etwas Neues daraus gemacht.“

Zwei bis drei Stunden täglich

Schon als Kind hatte Karin Rüter häufig Strick- oder Häkelnadeln in der Hand. Daran hat sich bis heute nichts geändert. „Zwei bis drei Stunden am Tag verbringe ich mit meinem Hobby“, sagt sie. „Meistens abends beim Fernsehen.“ Ohne ihr Hobby, sagt die 64-Jährige, wäre sie todunglücklich.

Früher hat Karin Rüter ihre Verwandten und Freunde mit ihren Handarbeiten versorgt, seit ein paar Jahren verkauft sie ihre bunten Mützen, Socken, Puschen und Co. auch auf Advents- und Weihnachtsmärkten, hat ihr Angebot um selbstgenähte Platzsets mit hübschen Motiven und um Glückwunschkarten mit Minisöckchen fürs Geldgeschenk erweitert. Früher gehörten auch Schals zu ihren Klassikern. „Die stricke ich aber nicht mehr. Erstens kann ich sie nicht mehr sehen, und zweitens sind sie auch nicht mehr so gefragt.“ Auch gestickte Bilder und Tischdecken sind inzwischen gestrichen, „weil ich nicht mehr so gut sehe“.

Die 64-Jährige führt detailliert Buch über jedes fertige Stück. Exakt 109 Platzsets hat sie im vergangenen Jahr genäht, 54 Pulswärmer gestrickt, 65 Karten hergestellt . . . Und eine Zahl weiß sie auswendig: „Seit 2007 habe ich 550 Paar Socken gestrickt.“ Farbenfroh kommen die daher. Melierte Wolle, die seit einigen Jahren die Renner ist, erleichtert die Arbeit erheblich. Da entsteht das Muster von ganz allein. Deutlich schwerer tut sich Karin Rüter gerade mit den rot-weiß-gestreiften Minisöckchen für den kleinen FC-Köln-Fan, der in ihrer Familie bald zur Welt kommt. „Da muss ich mit roter und weißer Wolle stricken und immer neu ansetzen.“

Beim Markt der Talente bietet Karin Rüter ihr übliches Sortiment aus Wolle und Filz an. Da kann man ihr nur moderate Temperaturen wünschen, damit die Besucher keinen Bogen um das Molligwarme machen.