Das aktuelle Wetter Gladbeck 11°C
Gladbeck

Jungfernfahrt mit Wasserstoff

01.05.2009 | 13:51 Uhr
Jungfernfahrt mit Wasserstoff

Ab Montag können Gladbecker den ersten mit Brennstoffzellen betriebenen Bus der Vestischen im Linienverkehr testen. Er rollt als Linie 250 zwischen Bahnhof West und Innovationszentrum Wiesenbusch.

Die Jungfernfahrt war öffentlichkeitswirksam in Szene gesetzt: Der erste mit Wasserstoff betriebene Linienbus der Vestischen, der ab Montag zwischen Bahnhof West und dem Innovationszentrum Wiesenbusch als Linie 250 unterwegs ist, rollte gestern von der INEOS Phenol an der Dechenstraße zum Rathausplatz. Pünktlich zum Fassanstich, mit dem Bürgermeister Ulrich Roland das Stadtfest „Gladbeck total” eröffnete.

Mit dem Erst-Einsatz des so genannten Brennstoffzellenhybridbusses nahm das europaweite Forschungsprojekt zum Test von Wasserstoff als Alternativ-Antrieb in Gladbeck Fahrt auf – eine Fahrt zurück zu den Wurzeln sozusagen, denn das Antriebssystem des Busses wurde beim Gladbecker Unternehmen Hydrogenics entwickelt.

„Den Bus am Bahnhof West auf Anhieb zu finden, dürfte auch für auswärtige Fahrgäste und alle Interessierten, die sehen möchten, wie's funktioniert, kein Problem darstellen”, ist sich Martin Schmidt, Geschäftsführer der Vestischen, sicher. Denn, dass die futuristisch anmutenden Brennstoffzellenhybridbusse etwas Besonderes sind, ist ihnen schon von weitem anzumerken. Sie ähneln nur wenig den großen Brüdern der Vestischen, die zur Zeit das Straßenbild im nördlichen Ruhrgebiet prägen. Die Prototypen bieten bei einer Länge von 5,3 m und einer Breite von 2,1 m Platz für bis zu 22 Personen. Auch Rollstuhlfahrer können problemlos mitfahren.

„Die neuen Busse werden für saubere Luft und ein besseres Stadtklima sorgen. Die Brennstoffzellenbusse fahren zu 100 Prozent schadstofffrei und besonders geräuscharm. Auf kleinstem Raum wurde auf dem Dach der gesamte Brennstoffzellenantrieb untergebracht”, nannte Bürgermeister Ulrich Roland die ökologischen Vorzüge des Busses. Mit einer Tankfüllung von etwa sechs Kilo Wasserstoff erreichen die Hybridfahrzeuge zur Zeit eine Reichweite von rund 200 km.

Dass die neue Technik bei der Vestischen zum Einsatz kommt, ist für den Aufsichtsratsvorsitzenden Landrat Jochen Welt ein gutes Zeichen. Vor fast genau 21 Jahren fand die Jungfernfahrt des ersten Niederflurbusses im regulären Linienverkehr bei der Vestischen statt. Was damals als bescheidener Modellversuch begann und von vielen Kritikern mit großer Skepsis betrachtet wurde, gilt heute in Europa und darüber hinaus als Standard. „Vielleicht feiern wir in 20 Jahren den heutigen Start des Wasserstoffbusses im Linienverkehr ebenfalls als historisches Ereignis”, meinte der Chef der Kreisverwaltung.

Die neuen Brennstoffzellen-Busse werden eingesetzt im Rahmen des EU-Projektes Hy-Chain-Minitrans. Projektpartner in der Emscher-Lippe-Region sind die Firmen Air Liquide (Marl), Hydrogenics (Gladbeck) und die Vestische Straßenbahnen GmbH (Herten), die Städte Bottrop, Gladbeck, Herten und Marl, der Kreis Recklinghausen sowie die WiN Emscher-Lippe GmbH. Gefördert werden die Busse vom Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes NRW. Ziel ist es, die Region auch überregional als Wasserstoffkompetenzzentrum zu etablieren.

Der Einsatz des Wasserstoffbusses ist dabei ein wichtiger Beitrag, die Einführung alternativer Kraftstofftechnologie auf Wasserstoffbasis zu unterstützen und die serienreife Entwicklung in der Emscher-Lippe-Region erfolgreich voranzutreiben. Ein weiterer Wasserstoffbus wird in Herten dienstags und freitags an den Vormittagen Kunden zum Markt fahren. Und in Bottrop rollt der Wasserstoff betriebene Linienverkehr zwischen dem ZOB und dem Fuß des Tetraeders.

Facebook
 
Kommentare
04.05.2009
16:57
Jungfernfahrt mit Wasserstoff
von bratwurst | #3

leider ist einem großteil unserer bevölkerung die bedeutung eines solchen fahrzeuges garnicht bewusst. entweder sind sie geistig nicht genug bewandert oder sie sehen nur wirtschaftliche interessen. der momentane lokale einsatz bei uns spielt bei dem projekt doch garkeine große rolle; (die paar leutchen mehr oder weniger transportiert man mit den großen, billigen stinkkisten doch eh viel einfacher...). es geht um die zukunft. daher achte ich dieses projekt Made in Gladbeck sehr.

04.05.2009
08:34
Jungfernfahrt mit Wasserstoff
von Bahnfahrer | #2

Das ist ja einmal ein guter Anfang. Jetzt kommen auch die Bürger die schlecht laufen können zur BF West Haltestelle mit einem Bus. Wenn auch erst in eine Richtung!

Gut so.

02.05.2009
13:35
Jungfernfahrt mit Wasserstoff
von skep_tisch | #1

Wie ich höre, soll der Hightech-Innovation auf dem Weg zu INEOS abgekackt sein. Peinlich, peinlich...

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/660031/create

Aktuelle Fotos und Videos
Nacht der offenen Kirchen
Bildgalerie
Kirchen
Über 500 Sportler beim Borsig-Meeting
Bildgalerie
Leichtathleten
Rund um den Job
Bildgalerie
Berufsinfobörse
Königsschießen Andreas Hofer
Bildgalerie
Schützenfest Gladbeck
Aus dem Ressort
Kaplan Lamm: Leidenschaft für die Kirche
Porträt
Kaplan Andreas Lamm unterstützt seit dem letzten Sommer das Pastoralteam der katholischen Großpfarrei St. Lamberti.
Text
Vieles spricht für die ELE
Netzpolitik
Bei der Frage der künftigen Stromversorgung, also wer den Gladbeckern den Strom ins Haus liefert, deutet sich an, dass es weiter die ELE sein könnte. Zumindest genießt die Lösung ELE (Emscher-Lippe Energie GmbH) mit dem Partner RWE erste Priorität bei den Verhandlungen der Stadt.