Jugendarbeit: Stadt mischt die Karten im KARO neu

Das KARO in Butendorf an der Schachtstraße wurde 2003 eröffnet.
Das KARO in Butendorf an der Schachtstraße wurde 2003 eröffnet.
Was wir bereits wissen
Im Zuge der Sparmaßnahmen werden die Angebote umstrukturiert, voraussichtlich wird der Freizeittreff ab 2016 aufgegeben. Die Jugendkunstschule könnte einziehen.

Gladbeck..  Die Stadt strukturiert ihre offene Jugendarbeit im Zuge der Haushaltssanierung um. Eine Folge davon: Der Freizeittreff KARO in Butendorf wird voraussichtlich ab 2016 aufgegeben. So will man die im Sanierungskonzept vereinbarte Einsparung von jährlich 250 000 Euro erzielen. Durch die Veränderung des Butendorfer Angebots können langfristig drei Stellen eingespart werden.

„Es wird keine Entlassungen geben“, betont der Erste Beigeordnete Rainer Weichelt. Vielmehr sollen die KARO-Mitarbeiter die beiden großen Jugendtreffs, den Freizeittreff Rentfort Nord und den Spielkeller Brauck, verstärken. Beide Standorte wurden in den vergangenen Jahren bereits gestärkt.

„Wir setzen uns nicht kleiner, wir strukturieren um“, betont Weichelt. Denn das KARO an der Schachtstraße, 2003 mit Fördermitteln des Landes ( 60 %) gebaut, soll keineswegs geschlossen, sondern weiter für Kinder- und Jugendarbeit genutzt werden. Bei einer anderen Nutzung müssten auch Fördergelder zurückgezahlt werden.

Kosten für offene Jugendarbeit

Das KARO könnte, so der Plan, neues Domizil für die Jugendkunstschule werden, die im Mikado in Stadtmitte untergebracht ist. Damit gäbe es in Butendorf weiterhin ein Angebot für Kinder und Jugendliche. Im Unterschied zur offenen Jugendarbeit sind die Angebote der Jugendkunstschule jedoch nicht kostenlos.

Interesse an einer Raumnutzung im KARO hat auch die nahe Waldorfschule angemeldet. Erste Gespräche mit dem Geschäftsführer wurden schon geführt. Auch gibt es die Idee, einem Verein wie z.B. dem REVAG-Geschichtsverein für Projekte mit Kindern und Jugendlichen Räume anzubieten. Und „ideal wäre, wenn wir im Karo weiterhin ein kleines Angebot offener Jugendarbeit anbieten könnten“, so Weichelt. Das allerdings ist Zukunftsmusik, an der in diesen Wochen intensiv gearbeitet wird.

Die Pläne beinhalten auch Veränderungen für das Mikado in Stadtmitte. Wenn die Jugendkunstschule nach Butendorf umzieht, könnte dort ein ganz neues Konzept von Jugendarbeit ausprobiert werden: Der Jugendrat der Stadt würde gern einen selbst verwalteten, offenen Treff anbieten, eine Art Politisches Jugendcafé.

Die prekäre Finanzsituation der Stadt wird auch Veränderungen für den Verein Lebenshilfe bringen, der Räume im Mikado seit Jahren kostenlos nutzt. Das werde auch von der Bezirksregierung nicht länger toleriert, erklärt Rainer Weichelt. „Wir verhandeln bereits über einen Mietvertrag.“ Die Stadtverwaltung wünscht sich zudem von der Lebenshilfe Angebote, die einen stärker inklusiven Charakter haben. Kommentar Seite 2