Jobcenter Gladbeck kann auch Erfolge vorweisen

Die Gladbecker Bezirksstelle des Jobcenters.
Die Gladbecker Bezirksstelle des Jobcenters.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Zahl der in Ausbildung und Arbeit vermittelten Personen konnte deutlich verbessert werden. Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen ist aber gestiegen.

Gladbeck..  Durchaus Erfolge, trotz weiterhin schwieriger Lage – so kann man knapp die Jahresbilanz der Bezirksstelle Gladbeck des Jobcenters im Kreis Recklinghausen zusammenfassen. Leiter Dietmar Aspöck stellte dem Sozialausschuss die wichtigsten Eckpunkte der geleisteten Arbeit der insgesamt 104 Mitarbeiter am Standort Wilhelmstraße vor.

In Gladbeck ist im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl der 2014 betreuten hilfsbedürftigen 10 477 Personen leicht angestiegen (plus 0,7 Prozent); davon wurden 7342 Klienten (ab einem Alter von 15 Jahren) als arbeitsfähig eingestuft. Alle Jobcenter-Kunden beziehen Sozialleistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes (wie Arbeitslosenhilfe, Sozialgelder, Unterkunftsgelder), die im Vorjahr auf insgesamt rund 60 Millionen Euro leicht anstiegen (plus 4 Prozent) sind, wovon die Stadt Gladbeck rund 24 Millionen Euro zu tragen hatte.

Ziel des Jobcenters ist es, dem schwierigen Klientel der Langzeitarbeitslosen, die oft bereits mehr als zwei Jahre einen Arbeitsplatz suchen, eine Beschäftigung zu vermitteln. Dazu werden unterstützende Fördermaßnahmen angeboten (z.B. Qualifizierung), die über das Eingliederungsbudget finanziert werden, das im Vorjahr um 600 000 Euro auf 3,68 Millionen Euro aufgestockt wurde. Entsprechend gesteckte Ziele (Vereinbarungen zwischen Bund, Land, Kreis) sollten für das Jahr 2014 erreicht werden. Zum Beispiel, dass sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen nur moderat um maximal 0,3 Prozent erhöht. Dieses Ziel wurde sowohl im Kreis, bei einem Anstieg von 2,6 Prozent, wie auch in Gladbeck (bei noch leicht schlechteren Zahlen) nicht erreicht. Ganz anders sah es bei der Integrationsquote insgesamt aus, die im Vergleich zum Vorjahr um mindestens ein Prozent (1 030 Integrationen) verbessert werden sollte und kreisweit letztlich bei erfreulichen 14 Prozent lag, die Gladbeck nicht ganz erreichte.

Angebot für alle Schulabgänger

So konnte beispielsweise allen vom Jobcenter betreuten 391 Schulabgängern in 2014 Angebote unterbreitet werden, darunter 137 Ausbildungsplätze. Die Zahl der Jobvermittlung für Jugendliche soll in 2015 insgesamt verbessert werden. Erfolgreich waren auch die Vermittlungsbemühungen des Arbeitgeberservices (AGS) des Jobcenters, der in intensiver Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung der Stadt bemüht ist, Kontakte zu Arbeitgebern zu knüpfen und so bedarfsgerecht Klienten zu vermitteln. Bei den insgesamt angepeilten Integrationszielen sollte der AGS mit einem Anteil von 10 Prozent beitragen, der bei erreichten 15 Prozent überschritten wurde. Auch dieser erfolgreiche Vermittlungsweg soll in 2015 ausgebaut werden.

Für die Zukunft Modell der „optimierten Delegation“

Bereits zum Start des Optionsmodells Jobcenter Vestische Arbeit (2012) hatten die Kreisverwaltung und die Verwaltungen der angehörigen Städte vereinbart, nach zwei Jahren die Erfahrungen auszuwerten. Eine aus Vertretern des Kreises und der Städte gebildete Zukunftskommission war dazu gebildet worden, die auch den Abstimmungsprozess bei den neuen gemeinsamen Aufgaben unterstützte. Die Auswertung erfolgte mit Begleitung durch externe Gutachter Mitte 2014 .

Für das gemeinsame Optionsmodell wurden die Strukturen und Prozesse analysiert, Anlauf- oder Grundschwierigkeiten identifiziert und Unterschiedlichkeiten aufgezeigt; mit dem Ziel, das Jobcenter besser aufzustellen. Dass einige Optimierungen bereits Erfolg haben, zeigen auch die rückläufigen Kundenbeschwerden (siehe Tabelle).

Die Gesamtanalyse lag Ende 2014 vor und wurde intern beraten. Ziel ist es demnach, die Betreuung der SGB- II-Klienten weiter in Kooperation mit den Städten in sogenannter „optimierter Delegation“ fortzuführen. Die Gutachter empfahlen dabei ausdrücklich, eine einheitliche Strategie zu definieren, die für alle Städte gilt, und die Steuerungskompetenz des Kreises als SGB-II-Träger verbindlich und dauerhaft zu akzeptieren. Die Veränderungen und Strategien sollen bis Ende Juni festgezogen und bis Jahresende umgesetzt werden