Jetzt schaltet sich der ADFC ein

Im November vergangenen Jahres meldeten sich die ersten Leser in der Redaktion, die auf dem Radweg an der Kreuzung Bottroper Straße / Beisenstraße /Rockwool-straße gestürzt waren, weil sie mit dem Vorderrad an die einige Zentimeter hohe Kante geraten waren, die Rad- und Fußweg von einander trennt. Seither beschäftigt dieses Thema Straßen.nrw, den Baulastträger. Den ersten Unfällen folgten weitere Stürze, Betroffene forderten vehement die Beseitigung der Gefahrenstellen.

Straßen.nrw zog sich zunächst auf den Standpunkt zurück, alles sei korrekt, die Tastkanten für Blinde und Sehbehinderte entsprächen den gesetzlichen Vorgaben. Einige Wochen (und Beschwerden) später räumte die Behörde dann doch Handlungsbedarf ein. Als provisorische Zwischenlösung wurden an den kritischen Kanten rot-weiß gestreifte Baken aufgestellt. Vor wenigen Wochen schließlich malten Arbeiter weiße Schraffierungen entlang den Kanten auf den Radweg. Ob das die endgültige Lösung sein soll, ließ Straßen.nrw offen. Man wolle die Entwicklung beobachten, hieß es.

Jetzt haben Mitglieder des ADFC Gladbeck eine „Knackpunkte-Tour“ unternommen und dabei auch diese Kreuzung kritisch in Augenschein genommen. Als Konsequenz haben sie einen offenen Brief an Straßen.nrw geschrieben. Darin heißt es unter anderem:

„Nach zahlreichen kritischen Stellungnahmen (u.a. vom ADFC) und Unfällen wegen des Umbaus der Kreuzung wurde die Radverkehrsführung dort von Ihnen verändert. Laut einem WAZ-Bericht im Lokalteil Gladbeck erfolgte die Umgestaltung auch in Absprache mit dem Gladbecker ADFC. Dem möchten wir hiermit eindeutig widersprechen.

Die Umgestaltung erfolgte durch Aufstellung von Warnbaken und einer weißen Markierung als Warnung vor der sechs cm hohen Stolperkante. Durch beide Maßnahmen wird die Breite des Radwegs stark verkleinert, so dass der Radweg an der Bake gerade 80 cm breit ist. Damit wird der Radverkehr gefährlich nahe an die von starkem LKW-Verkehr belastete Fahrbahn gezwungen, was gerade für Kinder und unsichere Fahrer ein Problem darstellt. Für Dreiräder ist die Stelle nicht mehr passierbar.

Im Kurvenverlauf beträgt die Breite des Radwegs 95 cm. Von den ursprünglich nach den ERA (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen) ausreichenden 1,30 m sind durch die Warnmarkierung 35 cm verloren gegangen.

Unsere Beobachtung des Radverkehrs im Kreuzungsbereich hat dazu ergeben, dass rechtsabbiegende Radfahrer wegen der Enge nicht mehr den vorgeschriebenen Radweg, sondern den Fußgängerbereich benutzen.

Wir bitten Sie dringend, den Fuß- und Radwegebereich der Kreuzung endlich baulich zu verändern und die Gefahrenstellen zu beseitigen.“