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31. Turmblasen

„Jetzt fängt Weihnachten an!“

23.12.2011 | 15:11 Uhr
„Jetzt fängt Weihnachten an!“
Turmbläser seit vielen Jahren: Andreas Koriath, Nicole Hilgers, Andreas Studenski, Ute Kampmann und Claudia Landmesser mit Rolf Hilgers. Foto: Olaf Fuhrmann / WAZ FotoPool

Gladbeck.   „Mit dem Turmblasen fängt das Weihnachtsfest in Gladbeck so richtig an!“ Gestern abend war dieser Satz wieder oftmals zu hören.

Bereits zum 31. Mal erklang festliche Blasmusik vom Sparkassenturm mitten in der City. Das Turmblasen – das ist ein gut verpacktes Musikschul-Präsent, das von den Gladbeckern immer wieder gern geöffnet wird.

Zahlreiche Akteure waren seit dem Jahr 1981 beim Turmblasen bereits aktiv; aber diese fünf sind sozusagen die Top-Veteranen dieses Ereignisses: Ute Kampmann, Nicole Hilgers, Claudia Landmesser, Andreas Studenski und Andreas Koriath blicken auf komplette drei Jahrzehnte Turmblasen als aktive Musiker/innen zurück.

„Wenn man dort oben auf dem Sparkassenturm steht und zu spielen beginnt, dann fällt dieser ganze Weihnachts-Stress plötzlich komplett von einem ab“, sagt Nicole Hilgers – und die anderen vier „Veteranen“ nicken zustimmend.

Ja, das Turmblasen ist ein starkes Stück Stadtgeschichte. Und es begann in den frühen 80er Jahren eigentlich als Experiment. Hans-Gerd Brinkhoff, damals Marketing-Leiter der Stadtsparkasse, und Ex-Vize-Musikschulchef Istvan Balog sind die beiden Gründungsväter. Zunächst spielte das gesamte Blasorchester der Musikschule vor der Sparkassen-Hauptstelle an der Friedrich-Ebert-Straße, bei Regen wurde die Musik von innen nach außen übertragen; schließlich wurde die himmlische Idee verwirklicht, die Bläser hoch oben auf dem Sparkassenturm zu positionieren und die festlichen Klänge „live“ über die Gladbecker Dächer zu schicken; mit 70 leuchtenden Sternen am Sparkassenturm als festlicher Rahmen.

Seit 1992 leitet bereits der jetzige Musikschul-Chef Rolf Hilgers das Turmblasen. Auch er hat schon spannende Augenblicke bei diesem Fest-Event erlebt: 1996 etwa froren bei extremer Kälte die Instrumente ein. Und die Musiker mussten sich Handschuhe überziehen – was beim Musizieren nicht gerade förderlich ist, aber die komplette Fingerstarre dann doch verhinderte.

Im Vorjahr bei Schneegestöber und klirrender Kälte

Oder erst 2010: Im Vorjahr ging das 30. Turmblasen bei Schneegestöber und klirrender Kälte als Gladbecker Wintermärchen über die Bühne.

Und stets sind viele fleißige Helfer von der Musikschule und von der Sparkasse dabei, um das Ereignis möglich zu machen und um die vielen Zuhörer vor Ort mit wärmendem Glühwein und Kakao zu versorgen.

„Eigentlich ist das Turmblasen erst in den letzten fünf, sechs Jahren zu einem richtigen Groß-Ereignis geworden“, sagt Sparkassen-Marketingleiter Mathias Bludau. Ja, jetzt spielen sie stets für 1500, 1600 Menschen. Die Friedrich-Ebert-Straße war auch in diesem Jahr ab Friedrichstraße gesperrt, um diesen Massen genügend Raum zu bieten. Und viele (Ex-)Gladbecker haben sich das Ereignis am Abend des 23. Dezembers schon viele Monate vorher in ihren Terminkalendern dick unterstrichen notiert, um es auch ja nicht zu vergessen; und sie nutzen das Turmblasen als Open-Air-Forum für ein Wiedersehen mit guten alten Bekannten und Freunden.

So war es auch gestern abend wieder – und nach dem musikalischen Treffen strömten viele Menschen noch in die City-Kneipen und -Restaurants. Ganz in Ruhe, denn wie gesagt: Der Weihnachtstress ist doch jetzt vorbei, oder?

Michael Bresgott

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