Jeder Einzelfall zählt
30.06.2009 | 15:35 Uhr 2009-06-30T15:35:00+0200Die unmittelbare Integration von Menschen in den ersten Arbeits- und Ausbildungsmarkt steht im Mittelpunkt der Bemühungen der Vestischen Arbeit Gladbeck. An diesem Ziel soll – unabhängig von der sich verschlechternden Situationauf dem Arbeitsmarkt – festgehalten werden.
Mittel zum Zweck sind u.a. die Förderung der beruflichen Weiterbildung und Eingliederungszuschüsse an Arbeitgeber. Die so genannten Arbeitsgelegenheiten (Zusatzjobs, „1-Euro-Jobs”) hat die Gladbecker Bezirksstelle der Vestischen Arbeit bereits im Jahr 2008 um rund 25 Prozent zurückgefahren zu Gunsten von verstärkten Qualifizierungsmaßnahmen. „Und es gibt keine Arbeitsgelegenheiten mehr ohne Qualifizierung”, so Otmar Held, stellvertretender Leiter der Vestischen Arbeit Gladbeck.
Um Vermittlungshemmnisse ihrer Kunden abzubauen, setzt das Team der Bezirksstelle verstärkt auf Maßnahmen und Angebote, die individuelle Fortschritte ermöglichen – immer (siehe oben) mit dem Ziel erster Arbeitsmarkt. Deshalb gibt es eine ganze Reihe von Projekten, die auf die örtlichen Verhältnisse und den Bedarf am Ort zugeschnitten sind.
Dazu zählen Maßnahmen im Rahmen von Bundesprojekten, die auf Gladbecker Bedürfnisse zielen, wie Teilprojekte im Rahmen der Förderung des Stadtteils Brauck: Übergang Schule und Beruf mit der Roßheideschule; Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Mütter und Väter im Quartier; Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose. Darüber steht als Titel das Bundsprojekt BIWAQ, Bildung, Arbeit, Wirtschaft im Quartier.
Weitere Maßnahmen sind unter dem Bundesprogramm „Perspektive 50plus – Beschäftigungspakete für Ältere in den Regionen” angesiedelt. Es läuft seit Anfang 2008 unter dem Namen „Best Ager – der Beschäftigungspakt für Ältere im Revier”. Ein örtliches Programm ist der Energiesparservice in Zusammenarbeit u.a. mit der Caritas – ein gezieltes Angebot an Haushalte, die Wohngeld, Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II beziehen.
Ein neues Beschäftigungsfeld wurde den Kunden der Vestischen Arbeit auch mit dem Projekt „Alltagsassistenz in Pflegeeinrichtungen” eröffnet. Zusammen mit der Gafög werden hier Langzeitarbeitslose zu Assistenten qualifiziert, die Demenzkranken und Pflegebedürftigen helfen.
„Bei der Stadt Gladbeck sind 24 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse für mindestens zwei Jahre entstanden, die von der Vestischen Arbeit Gladbeck besetzt und gefördert werden”, nennt Leiter Dietmar Aspöck einen weiteren Baustein. Integrationsprojekte für sozial benachteiligte Menschen mit gesundheitlichen Problemen und Angebote für junge Erwachsene (Jobbörse, Vorbereitung auf die Fachoberschulreife) komplettieren die Palette.
Um den erwarteten höheren Anforderungen wegen der schlechteren Konjunkturlage zu begegnen sollen zusätzliche Schwerpunkte für Menschen mit Behinderungen und Alleinerziehende gesetzt werden; eine Koordinationsstelle für Ältere steht ebenfalls auf der Agenda. Denn obwohl die Vestische Arbeit durchaus Erfolge aufzuweisen und die Zahl der Bedarfsgemeinschaften reduziert hat, meint Dietmar Aspöck: „Es sind immer noch viel zu viele.”
0mitdiskutieren