"Jeden Morgen ein frisches Ei!"
13.12.2009 | 12:29 Uhr 2009-12-13T12:29:00+0100
Gladbeck. In der letzten Reihe schaut ein Hund die Gottesdienstbesucher mit treuen, großen Augen an; in Reihe 6 hat ein Huhn Platz genommen, begleitet von einem Vater mit zwei Kindern. Ein leises Zwitschern liegt in der Luft. Irgendwo hat es sich ein Vogel gemütlich gemacht. . .
"Alles, was atmet, lobe Gott." Zum Gottesdienst für Mensch und (Haus-)Tier hatte am Sonntag die evangelische Gemeinde in Alt-Rentfort eingeladen. Pfarrerin Gabriele Anicker hatte zuammen mit den Katechumenen das Ereignis in den letzten Wochen vorbereitet.
"Tiere spielen in unserem Leben eine große Rolle"
„Beinahe jeder der 34 Katechumenen hat ein Haustier”, erläuterte die Pfarrerin im Vorfeld. „Und diese Tiere spielen in ihrem Leben jeweils eine große Rolle.” Und so kamen sie denn am 3. Advent in die Kirche: die Hunde, die Katze, das Huhn, das Meerschweinchen, das Kaninchen, der Vogel, die Eidechse. . .
Ein Gottesdienst auf besonderen Wegen – die Katechumenen interviewten gestern sogar die Gottesdienstbesucher: „Was bedeutet Ihr Tier für Sie persönlich?”
"Ich kann meiner Katze alles sagen"
Auf Antworten mussten sie nicht lange warten: „Meine Katze ist liebevoll und versteht mich immer, auch wenn sie nichts sagt.” „Mein Hund ist einzigartig, ich kann ihm alles erzählen, wenn ich fröhlich bin, traurig oder wütend.” Und am allervergnüglichsten dann folgender Satz: „Mein Huhn sitzt gern auf meiner Schulter und legt mir jeden Morgen ein Ei!”
Die Katechumenen hatten sich auch eine Musikbegleitung mit Gitarre und Klavier, ja sogar mit der Geige ausgedacht. Und oft wurden diese Lieder von zartem Gezwitscher und leisem Hunde-Jaulen begleitet. Ja, die Schöpfung wurde am Sonntag in der Martin-Luther-Kirche auf ganz direkte Weise erlebbar.
Dazu bahnten sich helle Sonnenstrahlen den Weg durch die Fenster in das Kirchen-Innere, wo der Weihnachtstern nicht weit von der Krippe entfernt leuchtet.
Tierversuche, Umweltzerstörung, die Mißhandlung und Vernachlässigung von Tieren durch den Menschen – auch diese Themen sprachen die Katechumenen an. „Wir finden es schlimm, dass es vielen Tieren nicht gut geht.” Charlie, Trixi, Shorty & Co. und vor allem ihre menschlichen Begleiter hörten aufmerksam zu. Eine besondere Advent-Atmosphäre an der Josefstraße.
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Wurden für die Tiere auch Kirchensteuern bezahlt oder haben es die Hunde beim verlassen der Kirche mit einem gehobenen Hinterbein getan.Wer seiner Katze alles erzählt muß schon sehr alt sein.