Jakubowskis wollen ihre Blumenkästen nicht nach innen hängen

So und nicht anders will Hans-Dieter Jakubowski
So und nicht anders will Hans-Dieter Jakubowski
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Mehr als 40 Jahre hängen die Blumenkästen von Hans-Dieter und Mario Jakubowski außen am Balkon. Jetzt hat Vermieterin GWG das verboten.

Gladbeck..  Hans-Dieter Jakubowski kann es nicht einsehen: Seit mehr als 40 Jahren hängt ein Blumenkasten außen an seinem Balkon, zwei runde bepflanzte Kunststoffgefäße sind zu beiden Seiten auf das Geländer gesteckt. Und jetzt hat die GWG als Vermieterin ihn aufgefordert, die Blumenkästen auf die Innenseite des Balkons zu hängen.

Bisher ignoriert Hans-Dieter Jakubowski die Briefe der Gladbecker Wohnungsgesellschaft ganz einfach. Er hat ein Urteil des Amtsgerichts Berlin-Schöneberg aus dem Jahr 1992 aus einer Zeitung geschnitten: Mieter dürfen Blumenkästen oder -töpfe außen auf das Fensterbrett stellen oder an der Balkonbrüstung anbringen. Die Kästen müssen ordentlich befestigt sein, so dass sie auch bei starkem Wind nicht herabstürzen und Fußgänger gefährden können, heißt es.

„Die Kästen haben Ela, andere schwere Stürme und Platzregen überstanden, ohne sich zu bewegen“, argumentiert Jakubowski gegen die Anordnung der Vermieterin. Nach innen hängen will er die Pflanzgefäße nicht, weil der ohnehin kleine Balkon in der Wohnung an der Fritz-Erler-Straße in Rentfort-Nord nach der Dämmung der Fassade noch einmal um ungefähr 5 cm in der Tiefe geschrumpft ist. „Der Balkon ist ja eh nur handtuchbreit. Wenn ich jetzt noch die Kästen nach innen hänge, können wir dort nicht mal mehr einen Tisch und zwei Stühle oder den Wäscheständer unterbringen.“

Sicherheitsaspekte hätten bei der Entscheidung auch eine Rolle gespielt, sagt GWG-Prokuristin Katrin Poppek. Vor allem aber gehe es dem Wohnungsunternehmen darum, Verschmutzungen durch Gießwasser, Blüten und Blumenerde an der gerade erst renovierten Fassade zu verhindern. Poppek: „Grundsätzlich freuen wir uns natürlich, wenn unsere Mieter es sich schön machen. Das bedeutet ja, dass sie sich in unseren Wohnungen wohlfühlen. Aber: Wir haben in die energetische Sanierung der Häuser an der Fritz-Erler-Straße und an der Enfieldstraße 1,6 Mio Euro investiert und möchten natürlich, dass die frisch gestrichen Fassaden möglichst lange so schön bleiben wie sie jetzt sind.“

Gespräch vor Ort führen

Und was passiert, wenn Hans-Dieter und Monika Jakubowski stur bleiben? „Wir werden dann sicherlich vor Ort im persönlichen Gespräch versuchen, das Ehepaar von unseren Argumenten zu überzeugen und hoffen, dass die Mieter am Ende doch noch Einsicht zeigen. Wenn nicht, werden sie, wenn wegen der außen hängenden Pflanzgefäße etwas passiert, die Kosten übernehmen müssen.“