Jäger achten auch auf Bestände der Hasen und Fasane

Seit Monaten laufen die Jäger in NRW Sturm gegen das geplante „Ökologische Jagdgesetz“. Dass der BUND (Bund für Naturschutz) in einem Positionspapier noch weiter geht, und die „Jagd abschaffen“ will, erbost Gerd Tersluisen, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit im Hegering Gladbeck und für Naturschutz der Kreisjägerschaft KJS Hubertus Recklinghausen e.V., erneut. Durchsetzen können wird der BUND wesentliche Punkte seiner Position allerdings nicht, ist Tersluisen überzeugt. Mit einer Vielzahl an Argumenten widerlegt er zudem die Vorwürfe der Jagdgegner, die Jäger würden das so genannte „Niederwild“, zu dem Hasen, Fasane oder das Rebhuhn zählen, unkontrolliert „abknallen“. Denn auch wenn es für dieses kleinere Wild keine Verpflichtung der nachhaltigen Jagd gebe, werde diese dennoch völlig freiwillig und selbstverständlich von allen Jägern praktiziert. „Als Beispiel nenne ich den freiwilligen Verzicht auf jedwede Bejagung des Rebhuhnes seit vielen Jahren, aber auch die Einschränkung der Bejagung auf Hase und Fasan, seit drei Jahren.“ Den Jägern sei der Rückgang dieser Tiere zuerst aufgefallen, vermerkt Tersluisen, „und nicht den „Naturschützern“. Warum das so ist, wird derzeit im Rahmen eines Forschungsauftrags überprüft. Für den Rückgang von Hasen und Fasanen in Gladbeck haben die Jäger eine andere Vermutung: Das habe etwas mit der Landwirtschaft, mit Krankheiten, mit dem Verlust durch Straßenverkehr, aber zum großen Teil etwas mit den Prädatoren zu tun. Wenn in vier Gladbecker Revieren 15 Hasen und 5 Fasane, 53 Füchse, 179 Aaskrähen und 99 Elstern erlegt werden, gleichzeitig aber der Tierschutzverein Gladbeck die Zahlen der nicht zuzuordnenden Katzen in der Stadt auf 1000 schätzt, „kommt man doch ins Grübeln“, so Tersluisen. Er betont: „Wir schießen in Gladbeck wie in allen anderen Großstädten in NRW keine Katzen und sind froh, dass die Tierärzte mittlerweile eine Kastrations- und Chip-Pflicht für Stubentiger fordern. Sie schließen sich damit der Forderung der Jäger an. Sinnvoll wäre es dann aber auch, diese Streuner anschließend in ein ordentliches Zuhause zu bringen, statt sie wieder auszusetzen, womit sie weiterhin eine Bedrohung für Lerche, Kiebitz, Fasan und Hase sind. Solche Maßnahmen seien Naturschutz pur und „helfen der bedrängten Tierwelt, nicht die publikumswirksame Forderung nach Einstellung der Jagd.“

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