Interkultureller Dialog ist notwendig

In seiner Einlassung auf den Offenen Brief des Arbeitskreises für die Vorbereitung des Interkulturellen Friedenstages erklärt Herr Breßer-Barnebeck in der Funktion des Stadtsprechers: „Dass Muslime kein Interesse am Dialog und an Gemeinsamkeit haben, können wir nicht bestätigen. Unsere Erfahrungen sind völlig andere.“


Das ist durchaus verständlich; denn der Entschluss der Stadtspitze, fernab der Öffentlichkeit mit der Ditib-Moschee die Einführung des Muezzin-Rufes zu vereinbaren, machte den Vorgang für beide Seiten bequem und reibungslos. Wie dem auch sei, es freut mich, dass die Stadtverwaltung einen guten Draht zu den Moscheevereinen hat und umgekehrt. Aber dieses Einvernehmen bleibt von begrenztem Wert, wenn nicht in der Gesamtgesellschaft diese Gemeinsamkeit mitgetragen wird, wenn diese Gesellschaft in Parallelwelten auseinanderdriftet.


Darin ist dem lesenswerten Kommentar von Elke Hautmann (siehe WAZ von Samstag, 30. Mai) zuzustimmen. Folgen kann ich Elke Hautmann und auch Herrn Breßer-Barnebeck allerdings nicht, wenn sie behaupten, Schulen und Kindertagesstätten hätten sich im Laufe der Jahre von der Veranstaltung des Interkulturellen Friedenstages zurückgezogen.


Nach den mir vorliegenden Listen über die Teilnehmer/innen waren im Jahr 2013 die Uhland- und Lambertischule sowie der Kindergarten „Oase“ beteiligt, im Jahr 2014 Lambertischule und „Oase“, während es von der Uhlandgrundschule heißt: „Nimmt nach der Umstrukturierung wieder teil“. Und was die Resonanz bei der Teilnahme der Bevölkerung betrifft: Sie hat eher zu- statt abgenommen. Vielleicht wurde da von den Kommentatoren der Friedenstag mit dem Stadtteilfest in Butendorf verwechselt.


Fazit: Es bleibt das Anliegen eines Dialogs in der Gesellschaft. Auf christlicher Seite sind wir bereit dazu; wir hoffen auf die Gesprächsbereitschaft auch auf muslimischer Seite.
Bernhard Tobias,
Gladbeck