In Gladbeck wird auch 2015 wieder ‘rangeklotzt

Gäste aus allen Bereichen der Stadt kamen zum Neujahrsempfang in die Kundenhalle der Stadtsparkasse.
Gäste aus allen Bereichen der Stadt kamen zum Neujahrsempfang in die Kundenhalle der Stadtsparkasse.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Hunderte Gäste kamen zum Neujahrsempfang der Stadt in die Kundenhalle der Stadtsparkasse. Reden von Bürgermeister Roland und VGW-Chef Wilk.

Gladbeck.. Stimmengewirr, herzliches Lachen, emsiges Händeschütteln: Eher ungewohnt sind solche Szenen in der Kundenhalle der Stadtsparkasse, doch diese war an diesem Freitag Abend ja auch das Parkett für den Neujahrs- und Wirtschaftsempfang der Stadt. Zahlreich erschienen waren Unternehmer, Politiker, Vertreter der Verwaltung, der Gladbecker Wirtschaft, von Verbänden, Vereinen, Kirchen und Moscheen.

Der Kinderchor der Josefschule, Cantinis, sang sich in die Herzen der Gäste, Bürgermeister Ulrich Roland und der Vorsitzende des VGW (Verein zur Förderung der Gladbecker Wirtschaft) Hans-Georg Wilk, stimmten in ihren Reden thematisch aufs Jahr ein.

Das werde kein leichtes sein, stellte Roland in Aussicht und verhieß, dass auch diesmal „rangeklotzt“ werden müsse, so wie im vergangenen Jahr und denen davor. „Wir werden Kraft, Zuversicht und Optimismus brauchen, aber wir meistern das“, machte das Stadtoberhaupt Mut und verwies auf den wahrnehmbaren gesellschaftlichen und demografischen Wandel. „Der geschieht hier zum Glück friedlich, einvernehmlich, in gutem Miteinander“, beschrieb Roland, erteilte allen „-Gida“-Versuchen eine klare Absage: „Bei uns haben dumpfe Parolen, Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit keinen Platz.“

Schwerpunkt der Stadtpolitik werde wie bisher das Bemühen um gute Zukunftschancen der Kinder sein, für die Bund und Land die Kommunen stärken müssten. Roland verwies auch auf den weitergehenden Umbau der Innenstadt, und natürlich blieben der geplante Ausbau der A 52 und die befürchteten Nachteile für Gladbeck (Dauerstau auf der B 224) nicht unerwähnt.

Kommentar Dazu äußerte sich auch VGW-Chef Hans-Georg Wilk. Er bekannte sich zu einem klaren Ja für den Ausbau im Sinne einer optimalen Infrastruktur für die Region. Da sei die Meinung des VGW-Vorstands deckungsgleich mit der IHK. Doch man werde auch die Gladbecker in ihrem Interesse unterstützen, eine „Lösung für den Schutz der Bürger und der Umwelt zu finden.“

Die Wirtschaft, so Wilk, stehe 2015 vor großen Herausforderungen: Die Energiewende sei überhastet und kostentreibend erfolgt, das Tariftreuegesetz zum Bürokratiemonster mutiert, das Freihandelsabkommen TTIP über Jahre kaputt verhandelt worden, die Jugend nur bedingt ausbildungsfähig und Einwanderungsströme müssten gesteuert werden. Abschrecken lasse man sich aber nicht: „Wir werden uns den Herausforderungen stellen: zupackend, pragmatisch, konstruktiv.“