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PoesiePalast 2011

Im Rausch der Poesie

24.09.2011 | 10:00 Uhr
Im Rausch der Poesie
Gerd Herholz und Verena Geiger mit dem Plakat zum PoesiePalast. Foto: Franz Meinert / WAZ FotoPool 22.9.2011

Gladbeck.Das Literaturbüro Ruhr baut kräftig weiter an seinem PoesiePalast, und setzt im vierten Jahr dieser Veranstaltungsreihe ein luftig-leichtes Stockwerk auf. Rausch und Raserei, Lust und Liebe sind die Themen der Salons 2011 – geradezu eine sinnliche Erholung nach den eher kopflastigen, tiefschürfend-philosophischen Betrachtungen im Rahmen des aufklärerischen Themas „Mehr Licht“ im Kulturhauptstadtjahr.

Zwölf Veranstaltungen haben Literaturbürochef Gerd Herholz und Projektleiterin Verena Geiger entwickelt, haben erneut namhafte Autoren und bekannte Schauspieler für ihren Palast gewinnen können. Zwei Veranstaltungen finden in Gladbeck statt, und die Titel verraten bereits vieles über das Programm: „Be´same mucho - Liebesrauschen“ bietet 20 lateinamerikanische Liebesgedichte und ein Lied der Verzweiflung, gesprochen und gesungen von der bekannten Schauspielerin Nina Petri, begleitet dabei von dem Gitarristen Eduardo Macedo. Zu Gehör gebracht werden an dem Abend im Lesecafe der Stadtbücherei (29. September) Gedichte des chilenischen Dichters und Nobelpreisträgers Pablo Neruda sowie Texte der Schriftstellerin und Lyrikerin Gioconda Belli.

Der lyrischen Verzauberung folgt am 14. Oktober ein Poesie-Abend der deftig-kräftigen Art: „Gespuckt ins Glas“ hat Eva Kurowski, Schriftstellerin, Musikerin, Texterin ihr Programm betitelt und mit dem Zusatz „Schall und Rausch“ versehen. Ein Themenabend, wie geschaffen für den rauschhaften PoesiePalast in 2011 und das Ambiente im MundArt, das sich für diese Veranstaltung von der Kneipe zum Poesie-Salon wandelt.

Eva Kurowski ist Musikerkind, aufgewachsen in einem Jazzkeller in Oberhausen-Osterfeld, hatte bereits Auftritte mit Helge Schneider, der sie am Klavier begleitete und veröffentlichte 2008 ihr erstes Buch: „Avanti Popoloch - eine sozialistische Kindheit im Ruhrgebiet“, das jetzt erneut unter dem Titel „Gott schmiert keine Stullen. Eine Kindheit zwischen Lenin, Jazz und Leberwurst“ erscheint.

Ein durchaus gegensätzliches Poesie-Programm also für Gladbeck. Gerd Herholz und Verena Geiger sind sicher, dass beide Veranstaltungen ihr Publikum finden werden. Denn auch das ist Kennzeichen dieser Veranstaltungsreihe, die jedes Jahr einen neuen Schwerpunkt setzt: Es soll ein breites Publikum angesprochen werden, das aus unterschiedlichen Interessenlagen heraus ein Faible für die weite Welt der Literatur hat. Verena Geiger: „Wir wollen mit unserem kulturpolitischem Programm wendig bleiben, unser Publikum immer wieder neu erobern.“ Neue Zielgruppen zu erschließen gehöre ebenso zur Aufgabenstellung des Literaturbüros Ruhr wie neue Autoren zu präsentieren und Stimmen vorzustellen, die nicht alle kennen, ergänzt Gerd Herholz.

Wer mehr Salons des diesjährigen PoesiePalasts besuchen will, findet sie übrigens in Duisburg, Essen, Oberhausen und Herne - und kann dort u.a. Ulla Hahn, Thomas Gsella oder die Kreativgruppe „Bukowski Waits For You“ treffen.

Tickets und Termine

Besame Mucho - Liebesrauschen, 29. September, 20 Uhr, Stadtbücherei, Eintritt 8 Euro, Kartenreservierung 992658 und -Abholung in der Stadtbücherei; Gespuckt ins Glas, 14. Oktober, 20 Uhr (Einlass 18.30 Uhr). MundArt, Bottroper Str. 17. Eintritt 6 € Vvk, 8 € AK, es kann vor- und nachher auch gegessen werden. Infos: www.literaturbuero-ruhr.de

Maria Lüning

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