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Im Namen des Bürgermeisters: Bewerbung fürs „Ruhrpott Rodeo“

07.01.2016 | 16:43 Uhr
Blick aufs Ruhrpott Rodeo 2015 am Flughafen Schwarze Heide.Foto: Hans Blossey

Gladbeck.  Eine Dortmunder Band schlüpfte in die Rolle von Gladbecks Bürgermeister Ulrich Roland. Der nimmt diese Amtsanmaßung allerdings gelassen.

Als Alexander Schwers nach seiner Post schaute und dort einen besonderen Brief fand, war er einen kurzen Moment überrascht und sprachlos zugleich – der Bürgermeister Gladbecks, Ulrich Roland, hatte ihm vermeintlich zum zehnjährigen Jubiläum des Punk-Festivals „Ruhrpott Rodeo“ gratuliert.

Er hatte ihm – als Gladbecker Veranstalter – für seine Organisation gedankt. Die ersten Zeilen ließen nicht darauf schließen, dass es sich um eine Fälschung handelte, der Brief eine ausgefallene und kreative Form der Bandbewerbung war: Das Stadtwappen war zu erkennen, der Absender „der Bürgermeister von Gladbeck“ war genannt und eine Unterschrift fand sich an der richtigen Stelle.

"Unglücklicherweise muss ich die Ehrung an eine Bedingung knüpfen"

„Um Ihnen die Wertschätzung auch öffentlich zuteil werden zu lassen, lade ich Sie hiermit in das Rathaus ein. Dort können sie sich im goldenen Buch der Stadt Gladbeck verewigen“, so das höfliche Angebot, das zu lesen war. „Unglücklicherweise muss ich diese Ehre an eine Bedingung knüpfen, da mir zu Ohren gekommen ist, dass sie meiner Lieblingsband ‚Mann kackt sich in die Hose‘ aus Dortmund eine Auftrittsmöglichkeit auf ihrem Festival ‚Ruhrpott Rodeo‘ vorenthalten“, so der Text weiter.

An diesem Punkt stellte sich für Schwers heraus, es könne nur eine Fälschung sein, die er mit Humor zu nehmen habe.

„Die Band hat in den letzten Wochen schon mehrfach mit allen Mitteln versucht, sich bei mir zu bewerben. Sie scheinen wirklich kreativ zu sein. Ich habe schon eine Mail bekommen, in der stand, dass ich ihnen doch mitteilen solle, wann sie denn spielen würden – ein kläglicher Versuch“, betont der Geschäftsführer der Rodeorock GmbH & Co. KG. Jetzt gäbe es jedoch einen guten Grund, einmal in die Musik hineinzuhören, ergänzt er versöhnlich.

"In der Regel geht so was nicht"

„Wenn man es ganz genau nimmt, dann ist es eine Urkundenfälschung, die nicht zu tolerieren ist“, sagt Tim Deffte, Pressesprecher der Stadt Gladbeck. „In diesem Fall haben es die Verwaltung und der Bürgermeister aber mit einem Schmunzeln hingenommen, da es sehr offensichtlich ist, dass es sich um einen Spaß handelt. In der Regel geht sowas nicht!“

In der Social-Media-Plattform „Facebook“ findet der Brief, der auf der offiziellen „Ruhrpott Rodeo“-Seite zu finden ist, derzeit großen Zuspruch.

Stolze 1363 sogenannte „Likes“ hat die Veröffentlichung schon bekommen. „Beste Festival-Bewerbung, die eine Band je geschrieben hat“, so einer der Kommentare, der unter dem Bild des Briefes zu finden ist.

Punkrock beim Ruhrpott Rodeo 2015

Maximilan Hulisz

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Im Namen des Bürgermeisters: Bewerbung fürs „Ruhrpott Rodeo“
Im Namen des Bürgermeisters: Bewerbung fürs „Ruhrpott Rodeo“
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2016-01-07 16:43
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