Ikonenkenner gibt Interview

Interessanten Besuch hatte Hans Boltendahl, der 86-jährige Gladbecker Ikonenkenner, dieser Tage: Viktor Weitz von der Deutschen Welle interviewte den Mann mit den guten Kontakten nach Russland.

Weitz ließ sich ausführlich von Boltendahl dessen Rettung und Übergabe der Ikone „Entschlafen der Gottesmutter“ und seine in einem Buch festgehaltenen und ins Russische übersetzten Kriegserinnerungen erläutern. Die Reportage erscheint demnächst auf der Homepage der Deutschen Welle.

Boltendahl hatte 2000 die Ikone, die offenbar jahrelang unerkannt auf einem Bottroper Dachboden vergessen war, nach einer Entrümpelung des Hauses als Geschenk der Nachlassverwalterin, einer Kirchhellenerin, übernommen. Die ungewöhnliche Größe der Ikone (50 mal 75 Zentimeter) veranlasste Boltendahl zu umfangreichen Recherchen. Er fand schließlich heraus, dass die Ikone aus Russland stammte und vermutlich in den letzten Kriegsjahren beim Rückzug deutscher Soldaten aus einer brennenden russisch-orthodoxen Kirche gerettet und nach Deutschland gebracht wurde. Über die Vermittlung der in Moskau lebenden Russin Natascha Michalkowa gelang es dem Gladbecker dann im Dezember 2008, die Ikone persönlich im Memorial-Museum in Krasnogarsk zu übergeben. Das dortige Museum ist eine Zweigstelle des „Zentralen Museums des Großen Vaterländischen Krieges in Moskau“. Nach aufwendiger Restaurierung in einer anerkannten Werkstatt fand die Ikone in einer Kirche in Moskau, im „Park des Sieges“ ihren endgültigen Platz. Boltendahl wurde allseits für die Rückgabe gelobt, darunter auch vom russischen-orthodoxen Patriarchen Kirill.

Boltendahl, der vor einem Jahr in Moskau war und dort seine Erinnerungen an seine Kriegs- und Nachkriegszeit in Russland vorstellte, besuchte damals auch noch einmal „seine“ Ikone in der russisch-orthodoxen Kirche.