Ihr Garten, ihr Bein
22.07.2010 | 15:41 Uhr 2010-07-22T15:41:00+0200
Gladbeck. Ihr Garten gibt Daniela Lehmann viel. Hier kann sie entspannen, auch mal runter kommen, wenn’s auf der Arbeit wieder hoch her ging, die Zeit mit der Familie genießen.
Hier kann sie sich kreativ betätigen - und sich am Anblick der Blumen und Kräuter erfreuen. Jetzt hat Daniela Lehmann ihrem Garten ein Bein gewidmet. Und sie freut sich schon auf Ende September, den ersten Tag der Local Hero-Woche. Dann nämlich wird der 2010-Füßler im Rathauspark feierlich enthüllt. Und an einer Öse soll dann das „Garten“-Bein von Daniela Lehmann aus Ellinghorst baumeln.
Der 2010-Füßler, ein großes Kunst-Projekt, bei dem möglichst viele Bürgerinnen und Bürger aus Gladbeck sich einbringen sollen. Als die 49-Jährige Erzieherin von der Idee der Künstlerin Karoline Dumpe hörte, war sie sofort begeistert.
Dass ihr Beitrag nur aus einem Garten-Bein bestehen kann, liegt eigentlich auf der Hand. „Ja, ich hab wohl den grünen Daumen“, sagt sie bescheiden. Ein Blick durch ihr grünes Reich hinter dem Einfamilienhaus der Familie an der Eikampstraße macht das auch sofort klar. Ganz ohne Zweifel.
Ihren Garten hat sie deshalb auch in dem Kunst-Bein für den 2010-Füßler verewigt. Das Maschennetz ist der Gartenzaun, darin befinden sich viele Gegenstände aus ihrem grünen Reich. Steine und Muscheln aus dem Teich, mit der Hand beschriftete Kräuter-Schilder, ein alter Gartenhandschuh von ihrem Mann („Der ist hier nämlich für die schweren Arbeiten zuständig.“) Alles Sachen, die ihr lieb und teuer sind. So wie ihr Garten. Als Fuß dient die Tülle einer Gießkanne.
Natürlichkeit ist Daniela Lehmann wichtig. Sie mag weder in Form gestutzte Bäume noch andere über-akurate Gestaltungselemente. Die Lehmanns machen gern an der Ostsee Urlaub. „Da habe ich mich sofort in die wilden Bauerngärten an vielen alten Häusern verliebt“, sagt die 49-Jährige. Ein bisschen von diesem Flair spiegelt auch ihr grünes Reich in Ellinghorst. „Ich mag es eben nicht, wenn alles so angelegt aussieht.“ Dass gerade dieser Stil einiges an Pflege und Arbeit bedeutet, das akzeptiert Daniela Lehmann gern. Sie verbringt so viel Zeit wie möglich in ihrem Garten. Der hat sich übrigens mit den Bedürfnissen der Familie auch immer wieder gewandelt. Vom kunterbunten Spielplatz - als die Kinder noch klein waren - hin zu einem Meer aus Kräutern und Blumen, mit einer kleinen Rasenfläche in der Mitte, einem Teich und einer Holzbank im hinteren Teil. Gern würde die leidenschaftliche Gärtnerin auch noch Gemüse anbauen. Aber soviel Zeit lässt ihr Fulltime-Job in einem Bottroper Kindergarten ihr dann doch nicht.
Dafür hat sie die Jungen und Mädchen aus ihrer Kiga-Gruppe schon mit ihrer Begeisterung für das Gladbecker 2010-Projekt angesteckt. „Die wollen mir jetzt auch ein Bein basteln“, freut sich die Erzieherin. Natürlich hilft sie dem Nachwuchs mit nützlichen Tipps, damit das Kiga-Bein auch sicher am 2010-Füßler befestigt werden kann. Und zur feierlichen Enthüllung möchte Daniela Lehmann ihre Gruppe (samt Eltern) auch gern einladen. „Das wird bestimmt ein tolles Ereignis“, freut sich die Gladbeckerin, die übrigens auch schon überlegt, noch ein zweites Bein in Angriff zu nehmen. Ach ja, und dann wäre da auch noch ihre Freundin. Die arbeitet an einem „Hobby-Bein“.
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