IHK sieht Unternehmen der Region in solider Verfassung

Eurokrise und Ukraine-Konflikt zählen zu den internationalen Unsicherheits-Faktoren für die Unternehmen.
Eurokrise und Ukraine-Konflikt zählen zu den internationalen Unsicherheits-Faktoren für die Unternehmen.
Foto: Hans Blossey
Was wir bereits wissen
Traditionell blickt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen zum Jahreswechsel auf die ökonomische Situation in der Region.

Gladbeck..  „Zuversichtlich, aber ohne große Wachstumserwartungen“ geht die regionale Wirtschaft in das neue Jahr 2015. „Es gibt keine Anzeichen für einen kräftigen Konjunkturimpuls, aber auch keinen Grund, die wirtschaftliche Entwicklung schlecht zu reden“, resümiert Dr. Benedikt Hüffer. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen betont deshalb: „Wir befinden uns weiterhin auf einem hohen Niveau.“

Das werde gern vergessen, durch die ersten Ergebnisse der derzeit laufenden IHK-Konjunkturumfrage jedoch erneut bestätigt. „Die Mehrheit der im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region Unternehmen bewertet die eigene Geschäftslage weiterhin als gut“, verrät Hüffer vorab.

„Derzeit hängt stark von der Politik ab, wie es wirtschaftlich weitergeht“, erläutert IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing. Bei vielen Unternehmen herrsche eine spürbare Verunsicherung, die Investitionen verhindere. Auf internationaler Ebene sieht Schulte-Uebbing vor allem zwei Herausforderung. Zum einen den Konflikt mit Russland, der sich weit über die direkten Handelsbeziehungen hinaus auf ganz Osteuropa auswirke. Zum anderen hänge viel davon ab, ob die Eurokrise weiter in Schach gehalten werde könne. Momentan wirke sich vor allem der niedrige Ölpreis positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung aus.

„Wir brauchen hier mehr kleine und mittelständische Unternehmen“

Angesichts der vielen Unwägbarkeiten im internationalen Geschäft, so Schulte-Uebbing, sei es umso wichtiger, dass die Bundesregierung „zu Hause mit einem klaren Kurs für Vertrauen in der Wirtschaft sorgt, um einen stabilen Wachstumspfad zu erreichen“. Dazu gehöre auch eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende, „die die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie nicht gefährdet“, also eine sichere Stromversorgung zu bezahlbaren Preisen sicherstelle. „Der Anteil des produzierenden Gewerbes liegt in Nord-Westfalen mit rund 21 Milliarden Euro bei über 30 Prozent der gesamten Wertschöpfung und damit über dem Landesdurchschnitt und deutlich über den Werten europäischer Nachbarländer“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Besonders von der Energiewende betroffen ist die Emscher-Lippe-Region. „Hier bestehen enge Verbünde zwischen Energieerzeugern und -verbrauchern in der Industrie, die durch die bisherige Umsetzung der Wende aufzubrechen drohen“, so der Hauptgeschäftsführer. Somit werde das von der Landesregierung geförderte Aktionsprogramm „Umbau21 Emscher-Lippe“ immer wichtiger für den erfolgreichen Strukturwandel im nördlichen Revier: „Wir brauchen hier mehr kleine und mittelständische Unternehmen.“