IHK-Idee: Azubis sollen ins Münsterland pendeln

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen will sich dafür einsetzen, dass mehr Ausbildungsplätze im Münsterland von Schulabgängern aus der Emscher-Lippe-Region besetzt werden können. Das kündigte IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer an.

„Im Münsterland bleiben immer mehr Lehrstellen aufgrund fehlender Bewerber unbesetzt, während in der Emscher-Lippe-Region nicht alle Bewerber mit einem Ausbildungsplatz versorgt werden können“, skizzierte Hüffer die derzeitige Entwicklung. Dennoch haben 2014 nur 96 Auszubildende aus dem nördlichen Revier eine Ausbildung in einem Betrieb im Münsterland begonnen. Das ergab eine Untersuchung zu den Ausbildungs- und Herkunftsorten der Azubis in IHK-Berufen

In den südlicheren Ruhrgebietsstädten hingegen absolvieren mehr als 900 Jugendliche aus der Emscher-Lippe-Region ihre Ausbildung. Als Grund für diese ausgeprägte Orientierung Richtung Süden führte der IHK-Präsident zum einen die „bestenfalls dünnen“ Verbindungen des öffentlichen Personennahverkehrs aus der Emscher-Lippe-Region in Richtung Münsterland an. Ohne eigenes Auto können nach IHK-Einschätzung deshalb Fahrzeiten von bis zu zwei Stunden für eine Strecke zum Ausbildungsplatz entstehen.

Zum anderen vermutet Hüffer „eine Grenze in den Köpfen“ und fordert: „Diese Grenze müssen wir dringend abbauen.“ Das Potenzial, das sich aus den strukturellen Unterschieden des Ausbildungsmarktes der beiden Teilregionen ergebe, „müssen wir besser ausschöpfen“.

Er forderte, „jene jungen Menschen, die zu einer erhöhten Mobilität bereit sind“, besonders zu unterstützen. Die IHK Nord Westfalen will in diesem Jahr deshalb „gezielt werben, dass Schulabgänger aus Emscher-Lippe die Ausbildungsregion Münsterland nutzen“, betonte der IHK-Präsident.

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