IHK begrüßt Signale von Ferlemann und Groschek

Einen Tag vor der Groschek-Visite schickte auch Joachim Brendel, Geschäftsbereichsleiter Handel und Verkehr der IHK Nord Westfalen und verkehrspolitischer Sprecher aller NRW-IHKs, am Montag eine aktuelle Stellungnahme auf den Weg:

„1. Dem Ausbau der B 224 zur A 52 kommt bei der Bewältigung des Strukturwandels in der Emscher-Lippe-Region eine besonders hohe Bedeutung zu. Der heutige Verkehrsengpass zwischen der Gelsenkirchen-Buer und der A 2 bzw. A 42 schwächt die Attraktivität der Wirtschaftsstandorte und die Wettbewerbsfähigkeit der hier ansässigen Unternehmen.

2. Als Vertreterin der Gesamtinteressen der regionalen Wirtschaft spricht sich die IHK Nord Westfalen daher dafür aus, die laufenden Planfeststellungsverfahren zum Ausbau der B 224 zur A 52 zwischen der A 2 und der A 42 schnellstmöglich zum Abschluss zu bringen und für diese Abschnitte das Baurecht zu erwirken.

3. Darüber hinaus hält die IHK auch einen Ausbau der B 224 zur A 52 nördlich der A 2 weiterhin für dringend erforderlich. Vor diesem Hintergrund begrüßt die IHK die positiven Signale des parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferle-mann, sowie von Landesverkehrsminister Michael Groschek, die ihre grundsätzliche Gesprächsbereitschaft zugunsten einer Wiederaufnahme der im Frühjahr 2012 unterbrochenen Planungen für einen Ausbau auch nördlich der A 2 zugesagt haben.

4. Die IHK hofft, dass die Stadt Gladbeck dieses Gesprächsangebot annimmt und auf Basis des 2012 vorgelegten Ausbauvorschlages in vertiefte Gespräche mit Bund und Land einsteigt. Die IHK erkennt hierbei an, dass im Sinne einer bestmöglichen Stadtverträglichkeit des Ausbaus zumindest die Standards gelten sollten, die auch Anfang 2012 bereits Grundlage der Ausbaukonzeption waren.“

Die IHK ergänzt die obige Stellungnahme um folgende Begründung:

„Dem südlichen Abschnitt der A 52 kommt als Verbindungsspange zwischen den beiden Ost-West-Autobahnen A 42 und A 2 ein eigener Verkehrswert zu. Die Realisierung dieses Ab-schnitts wäre auch ohne einen Ausbau nördlich der A 2 zu rechtfertigen, um die Verkehrssi-tuation im Ruhrgebiet insgesamt zu verbessern.

Andererseits würde ein vorgezogener Ausbau südlich der A 2 eine Ausbaulösung nördlich der A 2 weder erzwingen noch unmöglich machen. Ein Ausbau nördlich der A 2 wäre ebenso wie ein Nichtausbau grundsätzlich weiterhin möglich.

Die Forderung der Stadt Gladbeck nach einem Anhalten des Planfeststellungsverfahrens südlich der A 2 bis zu einer Einigung bezüglich des Ausbaus nördlich der A 2 wird von der IHK daher abgelehnt. Hiermit würde die Verbesserung der Gesamtverkehrssituation zwischen der A 42 und der A 2 sowie der hiermit verbundene deutlich verbesserte Lärmschutz im Bereich der Stadt Bottrop untrennbar an die politische Willensbildung in Gladbeck geknüpft. Eine solche Abhängigkeit ist weder im Interesse der Stadt Bottrop noch der gesamten Region.

Nach Vorliegen des Planfeststellungsbeschlusses für die beiden Abschnitte zwischen der A 2 und der A 42 wäre dann zu prüfen, ob ein sofortiger oder gegebenenfalls mit dem Verfahrensstand nördlich der A 2 abgestimmter Baubeginn erfolgen soll.“