IGBCE - Walter Hüßhoff gab nach zehn Jahren den Stab weiter

Verabschiedete sich von der Vorstandsarbeit: Walter Hüßhoff ‘(2.v.li.)  Neben ihm Nachfolger Ingo Wesselborg (li.), und die Vorstandsmitglieder  Thomas Steinberg und Werner Ferdinand.Foto: Katharina Paris
Verabschiedete sich von der Vorstandsarbeit: Walter Hüßhoff ‘(2.v.li.) Neben ihm Nachfolger Ingo Wesselborg (li.), und die Vorstandsmitglieder Thomas Steinberg und Werner Ferdinand.Foto: Katharina Paris
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Was wir bereits wissen
Der Vorsitzende der Ortsgruppe Mitte verabschiedete sich von der Vorstandsarbeit, wird seine engagierte Arbeit für Stadtgesellschaft jedoch fortsetzen.

Viel Herzblut und noch mehr Energie hat er zehn Jahre lang in die IGBCE-Ortsgruppenarbeit gesteckt. Jetzt gibt Walter Hüßhoff (66) den Stab als Vorsitzender der Ortsgruppe Mitte weiter und verabschiedete sich bei einem Frühstück im Kreise von 150 Gästen vom Vorstandsamt. Ganz ruhig wird es um den ehemaligen Bergmann und aktiven Gewerkschafter aber nicht werden. Das nächste große Schüler-Projekt steht schon in den Startlöchern, verriet er im WAZ-Gespräch.

Zehn Jahre an vorderster Front in der Ortsgruppen-Arbeit. Ist Ihnen beim Abschied nicht ein wenig wehmütig zumute?

Hüßhoff: Nein, gar nicht. Ich verspüre eher eine tiefe Zufriedenheit, wenn ich zurückblicke. Allerdings war es bei der Verabschiedung schon berührend zu sehen, was wir als Vorstand alles in den vergangenen Jahren geschafft haben. Aber man muss auch abgeben können. Zehn Jahre sind genug.

Vor zehn Jahren hatten sie große Veränderungen für die Ortsgruppenarbeit angekündigt.

Damals war mir bereits klar, dass die Zeit, als die Kohle die IGBCE geprägt hat, vorbei ist, und wir die Arbeit modernisieren müssen. Früher spielte sich die Ortsgruppenarbeit um den Pütt herum ab, heute sind unter uns Aktiven nur noch eine Handvoll Bergleute, viele unserer Mitglieder und die meisten im Vorstand sind im Bereich Chemie beschäftigt. Sie arbeiten außerhalb von Gladbeck bei BP in Gelsenkirchen, oder bei Sabic, oder im Chemiepark Marl, oft übrigens in Schichtarbeit. Wenn wir die halten oder für uns neu gewinnen wollen, müssen wir mehr Angebote schaffen für unterschiedliche Berufssparten, für Jung und Alt, für Familien mit Kindern.

Nachfolger ist Ingo Wesselborg

Was heißt das in der konkreten Umsetzung?

Wir müssen den Leuten eine Identifikation geben, ihre Ideen aufnehmen und sie auch in der Freizeit mitnehmen und eine Ortsgruppe für die ganze Familie sein. Eine Ortsgruppe muss heute eine Schulter zum Anlehnen sein, in der die Leute sich wohlfühlen und sich ernst genommen fühlen. Aber wir wollen auch die Stadtgesellschaft mitgestalten, und Veranstaltungen mit Inhalten und guten Referenten anbieten. Das macht die Leute neugierig, dann kommen sie und bleiben auch dabei. IGBCE 2020 - das sind wir in Mitte schon.

Werden Sie sich denn ganz zurück ziehen?

Nein, ich bleibe ja Ortsgruppenmitglied und bin außerdem zum Ehrenvorsitzenden gewählt worden. Auch ist der 17-köpfige Vorstand zu einem Freundeskreis geworden. Der bleibt bestehen. Und ich habe noch viele Projekte vor.

Welche wären das?

Das Thema Übergang von Schule und Beruf bleibt weiter meine Herzenssache. Ich plane ein neues Projekt mit der Erich-Fried-Schule zur Stadtgeschichte, das zum Stadtjubiläum 2019 abgeschlossen sein soll. Die Kinder, deren Eltern oft aus der Türkei stammen, wissen nur wenig von den Wurzeln Gladbecks und von der Geschichte der Stadt, in der sie leben.

Mit dem Geschichtsverein REVAG werde ich mich auch intensiver um den Stadtteil Ellinghorst und die Geschichte der Luftschacht-Siedlung kümmern.

Also bleibt der Walter Hüßhoff, den wir alle kennen, sich treu als Motor der Stadtgesellschaft?

Ja, ich war immer ein Eckpfeiler. Das war schon so als Maschinenaufseher unter Tage und als Betriebsrat. Im Kampf für den Erhalt der Zeche Hugo bin ich 1986 mit vors Bundeskanzleramt gezogen. Das bleibt so, ich werde auch in Zukunft ein Eckpfeiler sein.