Ideen für die Braucker Alpen in Gladbeck sind gefragt

Blick auf die Mottbruchhalde.
Blick auf die Mottbruchhalde.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Windräder oder eine Landmarke? Großer Sportpark oder Gastronomie? Kreative Ideen der Gladbecker für die Mottbruchhalde sind gefragt.

Gladbeck.. Halden und Deponien mit den Abfällen der Montanindustrie bilden im Ruhrgebiet eine beachtliche Bergwelt. Gladbeck ist gleich mit fünf Bergehalden dabei – die es nun gilt für die Zukunft fit zu machen. Ein Werkstattverfahren soll die Haldenlandschaft entwickeln, bei der auch die Endgestaltung der Mottbruchhalde in den Fokus gerät.

Touristische Erschließung, Erholung für die Menschen, aber auch eine mögliche Windkraftnutzung sollen nicht ausgeschlossen werden. Dies alles ist Aufgabe einer Werkstatt, die vom Duisburger Landschaftsarchitekten-Büro „Plan b“ in Kooperation mit den Projektpartnern RVR und RAG entwickelt wird. „Wir wollen“, betont Bürgermeister Ulrich Roland im Planungsausschuss, „keine Idee außen vor lassen.“ Auch der stellvertretende Ausschussvorsitzende György Angel (SPD) setzt auf einen „ergebnisoffenen“ Umgang mit dem Thema, will, dass die Haldenlandschaft und nicht nur die Mottbruchhalde geplant wird.

Christian Jürgensmann von „Plan b“ jedenfalls spricht von vorhandenem Potenzial“ und kreiert den neuen Begriff „Haldenwelt“. Als Landschaftsarchitekt sieht er den „Berg als Faszinosum an sich“, empfindet ihn als „kreative Herausforderung“, ja, die „Braucker Alpen“ würden sich geradezu für Sport, Freizeit, Bewegung und Erholung anbieten. Er warnt aber auch davor, das Volumen der Mottbruchhalde, zu unterschätzen. Sie würde die Innenstadt komplett abdecken.

Bespielt werden rund 100 Hektar, das ist die Hälfte des New Yorker Central Parks

„Wir bespielen rund 100 Hektar, das ist die Hälfte des New Yorker Central Parks.“ Gerade die Masse erfordere eine akzentuierte, spannende Erscheinungsweise, weshalb man die Halden auch nicht als isolierten Ort betrachten darf. Stichwort Nachbarschaft. „Wir müssen die Menschen abholen, um ihnen ein Angebot zu machen.“

Und da sind sie denn schon, die Konditionen, ohne die eine Werkstatt zur Haldennutzung nicht funktionieren kann. So ist die Pflege wichtig, um die Landschaft zu erhalten. „Wer nicht pflegt erntet Wald.“ Zudem muss die Verbindung stimmen. „Raufkommen, runterkommen, raufkommen – das ist genauso wichtig wie Zugänge und zentrale Eingänge.“ Orte müssen geschaffen werden die Aufenthalt bieten, Erlebnisräume dienen der sinnlichen Erfahrung, und ganz wichtig ist die Teilhabe, also der Dialog mit den Bürgern. Jürgensmann: „Strukturen die da sind sollten genutzt werden.“

Schwerpunkt Sport und Bewegung

Entsprechende Aufgabenstellungen unter den Schwerpunkten Sport und Bewegung werden derzeit erarbeitet. Im August soll die Auftaktveranstaltung mit Fachleuten aus Marketing, Landschaftsarchitektur, Planung und Kunst stattfinden. Die dreitägige Werkstatt ist für Oktober geplant, dann sollen Politik und Bürger mit dazu stoßen. Alles wird mit Bildern und Texten dokumentiert.

György Angel ist froh, dass es „nach so langer Zeit endlich losgeht“. An die Gefahren überbordender Fantasie erinnert Mario Hermann (Grüne). Es gelte genau hinzugucken, wo die Grenze des Machbaren überschritten wird, denn dies führe zu Kontraproduktivität. Jürgensmann verspricht: „Wir achten schon darauf, dass die verrückten Ideen nicht durchgehen.“