Horst Schroth macht den Pädagogen

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Mit seinem aktuellen Programm „Null Bock“ gastierte Horst Schroth in der Matthias-Jakobs Stadthalle und sorgte für viele Lacher.

Gladbeck..  Wie sollte ein Lehrer sein? Diese Frage wollte Horst Schroth, alias Vorzeigepädagoge Olaf Laux, mit seinen Gästen diskutieren. Der Oberstudienrat aus Hamburg gab jüngst sein Lehrer-Comeback und gastierte dazu mit seinem aktuellen Programm „Null Bock“ nun in der Mathias-Jakobs Stadthalle.

Eins darf heutzutage bei einer guten Schulstunde nicht fehlen: Ein Thesenpapier als Diskussionsgrundlage. So wird der Stoff heute ganz pädagogisch an die Schüler gebracht. Laux hatte seine Stunde eben gut vorbereitet und glänzte vor allem dann, wenn er aus dem Nähkästchen des Lehrerzimmers plauderte. Kollege „Winnie“, ein echter Sunnyboy als Lehrer, unterrichtet Kunst und Sport und war irgendwann schlichtweg ausgebrannt. Er hatte die Burn-Out-Karte gezogen. Für Laux käme dies nie in Frage. „Ich mache weiter. Bis zur Pension. Bis zum letzten Klingelton.“

Mit bestem Lehrervokabular zog Laux die Zuschauer in seinen Bann. Die Pausenaufsicht vergab er, Helicopter-Eltern verwies er kurzerhand des Raumes und auch der harte „Sozialstress“ eines jeden Lehrers wurde thematisiert. Stets unter dem Credo der klassentypischen „Basisdemokratie“ wurde die Arbeitsweise an diesem Abend festgelegt: Arbeitsgruppen oder doch Frontalunterricht?

Während der politische Humor an diesem Abend eher enttäuschte, brillierte Laux immer dann, wenn er nicht gleich auf den schnellen Gag hinaus wollte. Besonders die Geschichte mit seinen durchaus leidenschaftlichen Nachbarn sorgte für Tränen in den Augen. Diesen über den eigenen W-LAN-Namen subtil mitzuteilen, dass sie beim Sex zu laut seien, war großes Kino. Schließlich ploppten die Freifunkangebote in der Nachbarschaft mit großer Regelmäßigkeit am Laptop auf.

Das große Finale präsentierte Laux indes schon vor der Pause. Als Liebhaber von Rollenspielen präsentierte der Oberstudienrat ein Schmankerl aus seiner Laufbahn im Geschichtsunterricht: „Wem gehört die Stadt“ wollte er mit seinen Schützlingen diskutieren und dabei ging es richtig ab. Vertreter der roten Flora waren genauso mit von der Partie wie ein Flüchtling samt Anwalt. Der Innensenator und der Polizeipräsident wurden als Rollen vergeben. Das Ganze endete mit einem nackten Femen-Protest, Farbbeuteln und einem Rapport bei Schulleiterin Frau Dr. von Strahl. Würde Schule doch nur so sein. . .

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