Horror-Streifen wird neues Leben eingehaucht

Foto: FUNKE Foto Services

Zugegeben, es klingt ein wenig paradox: Man besucht das Kino und möchten sich gerne einen Stummfilm anschauen und dann schallt Musik aus den Boxen. Diese ist dazu noch live: Am 18. April lädt das Duo von „InterZone Perceptible“ erneut zum etwas anderen Kinoerlebnis ins Kommunale Kino (KoKi) ein. Packende Filmmusik präsentieren die Gladbecker Sven Hermann und Matthias Hettmer nun zum Horror-Streifen „Das Cabinet des Dr. Caligari“ live und wollen, so viel ist versprochen, den expressionistischen Stummfilm spürbar machen.

„Im Moment“, so sagt Sven Hermann „erleben wir einen Hype.“ Mit der Aufführung zu „Nosferatu“, dem Stummfilm-Konzert-Debüt im „KoKi“, zogen die Musiker jüngst 100 Besucher in Ihren Bann. „Das ist absolut in Ordnung. Die Gästezahl war wirklich top“, so Hermann. Was ist das Besondere? Warum sollte der Besucher „etwas Neues wagen“, wie Hermann es sagt, und eine Stummfilm-Vertonung besuchen? Dafür führt der Gladbecker gleich zwei Gründe an: „Sämtliche Klänge sollen so wirken, als ob sie direkt aus der Leinwand kommen, als wäre es nie anders gewesen.“ Und weiter: „Wir möchten alte Filme neu beleuchten und so wahrnehmbar machen, als hätten sie kein Zeitkolorit.“

Ein Klassiker der Filmgeschichte

„Das Cabinet des Dr. Caligari“ handelt von Wahnsinn, von Mord und Totschlag. Der Film gilt als Meilenstein der Filmgeschichte. Berühmt wurde das Werk durch den außergewöhnlichen, neuartigen Stil, der grotesk verzerrt gemalte und gebaute Kulissen mit kontrastreicher Beleuchtung, gemaltem Licht und Schatten kombinierte. Gerade drum gilt der Streifen als Musterbeispiel des expressionistischen Films: „Natürlich wird es auch ein paar Erschrecker-Momente geben.“ Tonal untermalte Momente, die den einen oder anderen Kinobesucher mit heftigen Herzschlag aufspringen lassen werden. Nervöses Fingernägelkauen und Schweißhände sind vorprogrammiert. Zweifelsohne werden Horrorfilm-Fans an diesem Abend auf ihre Kosten kommen.

Mit einem Akkordeon, dem E-Bass und unzähligen Soundeffekten wird ein vollständiger Bandsound kreiert, der nur mit den Ohren gelauscht eigentlich auf eine mehrköpfige Band hinweist. Doch es ist „lediglich“ ein kreatives Duo aus dem „Off“, welches für die Filmmusik sorgt und die Verzauberung der Ohren sorgen wird.

Nicht nur, dass der Horror-Streifen ein echter Klassiker ist. Auch die dazu aufgeführten Kompositionen von „InterZone Perceptible“ sind mit den Jahren immer weiter gedacht und entwickelt worden. Denn bereits seit 15 Jahren arbeiten die Musiker an der Vertonung. So lange haben Hermann und Hettmann Dr. Caligaris Cabinet schon im Repertoire: „Wir haben versucht, jeden einzelnen Ton zu perfektionieren“, sagt Hermann.