Hoffnung auf eine feine Rolle

Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv
Was wir bereits wissen
Im Gemeindehaus der Petruskirche sprachen Laien-Mimen vor. Sie hoffen auf ein Rolle im Weihnachtsstück „Ist das Leben nicht schön?“.

Gladbeck..  Hollywood in Gladbeck – Zugegeben, dieser Vergleich hinkt ein wenig, doch ein bisschen Broadway-Flair war auf der Vehrenbergstraße am Samstagvormittag doch zu finden. Um genau zu sein: im Gemeindehaus der Petruskirche. „Quest Media“ hatte zum Schauspiel-Casting eingeladen. 40-60 Darsteller wurden gesucht, um die weihnachtliche Tragik-Komödie „Ist das Leben nicht schön?“ schon ganz bald auf die Beine zu stellen.

„Warum sollte es nicht auch in Gladbeck versteckte Talente geben“, fragte Regisseurin Cirsten Piduhn (42) und bat Jung und Alt in das improvisierte „Theaterstudio.“ Zu allererst galt es an Station eins den Casting-Bogen auszufüllen. Schnell noch ein Foto geschossen am zweiten Treffpunkt und ab ging es auf die Bretter, die doch die Welt bedeuten. Pünktlich um zehn Uhr standen die ersten Nachwuchs-Schauspieler vor der Tür und auf der Bühne. Ihre Vorspiel-Rolle durften sie sich zunächst selber aussuchen.

Da gab es etwa Goerge Bailey, der ausgerechnet am Weihnachtsabend durch Geldsorgen seinen Lebensmut verliert. Oder auch Emil Gower, der eine Drogerie und Apotheke führt. Heute ist der Schwarz-Weiß-Film aus dem Jahre 1946 ein echter Klassiker der Weihnachtszeit.

Vor der Jury wurde dann fleißig vorgesprochen: Hannah Dreischenkemper (8) spielte die kleine Zuzu, welche krank im Bett lag. „Das war gar nicht so einfach. Schließlich habe ich den Text erst drei Mal vorher gelesen“, so die junge Gladbeckerin, die jedoch schon über Bühnenerfahrung verfügt. Schon beim Stück „Scrooge“ und dem „Zauberer von Oz“ stand das Nachwuchs-Talent auf der Bühne. Lina Sowczak (10) glänzte ebenfalls in ihrer Rolle als „Jamie“. „Ich habe mir diese Rolle extra ausgesucht. Ich wusste, was mich erwartet. Es war ganz einfach zu spielen.“

Junge Talente haben sichtlich Spaß

Die Mütter der beiden Kids freuten sich indes über das Schauspiel-Angebot. „Die Proben sind wirklich sehr nett gemacht“, erklärte Michael Sowczak (39). „Die Kinder fühlen sich hier wohl“, spürte auch Diana Dreischenkemper (41). Vor allem die ganz jungen Talente hatten sichtlich Spaß: „Ich war total aufgeregt, aber die Jury hat viel geholfen“, erklärte Livia Gentz (12), die in einer Bochumer Schauspielschule täglich Erfahrungen sammelt. „Schauspielen ist mein großes Hobby.“

Teilnehmerin Edith Geiger (60) zeigte am Samstagvormittag, dass auch Erwachsene noch Neuland betreten können. „Das ist mein absoluter Lieblingsfilm, aber geschauspielert habe ich noch nie“, so die Gladbeckerin. Und was war es für ein Gefühl, vor der Jury zu sprechen und zu spielen? „Toll und einfach nur schön.“

In ein bis zwei Wochen bekommen die Rollen-Anwärter Bescheid, ob es mit einem der begehrten Plätze geklappt hat. „Das Aussuchen ist natürlich schwierig“, erklärte Piduhn, die sich mit vier ehrenamtlichen Helfern nach dem Casting nun ihre Gedanken machen muss. „Alle Schauspieler sind wichtig.“ Aus Erfahrung weiß sie, dass manch einer auch traurig ist, wenn es nicht klappt oder am Ende „nur“ eine Statistenrolle herausspringt. Doch hier gab sie „ihren baldigen Schützlingen“ vorab auf den Weg mit: „Auch Statisten sind wichtig, um Atmosphäre auf die Bühne zu bringen.“