Hiobsbotschaft für Gladbeck

Die Kredite in Schweizer Franken kommen die Stadt teuer zu stehen – wie teuer, das steht noch in den Sternen und hängt letzten Endes von der weiteren Entwicklung des Franken-Kurses ab. Ungeschoren wird die hoch verschuldete Stadt aber mit Sicherheit nicht davon kommen. Zu hoch sind die Franken-Kredite, zu hoch der Verfall des Euro gegenüber dem Franken. Schon jetzt hat die Kurskorrektur den über zehn Jahre erwirtschafteten Zinsvorteil um das Dreifache wegradiert.

Leichtsinn kann man der Stadt nicht vorwerfen, als sie den Deal machte. Allerdings stellt sich die Frage, ob man sich immer des Risikos bewusst war, das jedes Währungsgeschäft in sich birgt. Jetzt weicht jedenfalls der Glaube, ein tolles Geschäft zum Wohle der Stadt gemacht zu haben, der Erkenntnis, auf einen Schlag im Schuldensumpf zu versinken.


Ohne Hilfe wird die Stadt nicht aus der Bredouille kommen. Das Land wird den Stärkungspakt erweitern, der Bund die Kommunen entlasten müssen. Beim Soli kann er anfangen: Es ist ein Unding, dass Gladbeck dafür 2 Mio Euro Kredit aufnehmen muss, um sie dann in den Osten zu überweisen.