Heldenprojekt gegen Unterdrückung im Name der Ehre gestartet

Dass es heldenhaft ist, nicht falschen Ehrbegriffen nachzulaufen und umso mutiger sein kann, sich gegen die Unterdrückung von Minderheiten und schwächeren Gesellschaftsgruppen einzusetzen, haben jetzt Schülerinnen und Schüler der Erich-Fried-Schule erfahren.

Mit finanzieller Unterstützung des Lions-Clubs Gladbeck war es möglich in der 7, 8 und neunten Jahrgangsstufe das Projekt „Heroes – gegen Unterdrückung im Namen der Ehre“ durchzuführen. Zunächst besuchten die Lehrerinnen und Lehrer der Hauptschule einen Workshop von „Heroes Duisburg“, der anhand praxisnaher Methoden das Konzept der geschlechtsreflektierten Jungenarbeit für junge Männer aus so genannten Ehrenkulturen vermittelte. Konkret wurden Möglichkeiten zur Unterrichtsgestaltung erarbeitet, um auf der Basis menschenrechtbasierter Pädagogik im interkulturellen Kontext Wege aufzuzeigen, die aus dem Dilemma zwischen mangelnder Toleranz und Voreingenommenheit gegenüber anderen Kulturen und Orientierungen führen können.

Anfang März startetet der Projektunterricht an der Erich-Fried-Schule, der subtile und gefährliche Vorstellungen von fehlender Gleichwertigkeit bei Themen wie Antisemitismus, Nationalismus, Sexismus oder Homophobie aufzeigte – die freilich nicht nur Jugendliche betreffen. Ein weiteres in den Schüler-Workshops besprochenes Feld war die Frage: „Wie funktioniert das Konzept der Ehre und welche Mechanismen halten es am Leben?“

Dass das Heldenprojekt bisher sehr gut bei den jungen Leuten angekommen sei, erfuhren die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses als Zwischenergebnis bei ihrer jüngsten Sitzung. Die Verwaltung wird noch konkreter berichten, da das Projekt evaluiert wird.

Klar ist aber schon, das „Heroes“ auch auf die Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule ausgeweitet werden soll. Der Lions-Club hat dazu wohl schon Unterstützung signalisiert, die Kosten von rund 3400 Euro zu tragen.