Hausarztzentrum zieht zum Kleimanngelände in Gladbeck

Verriegelt und verrammelt ist der Kotten Kleimann seit 2006. Seit das Grundstück gerodet wurde, ist er jetzt gut sichtbar.
Verriegelt und verrammelt ist der Kotten Kleimann seit 2006. Seit das Grundstück gerodet wurde, ist er jetzt gut sichtbar.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das Grundstück an der Horster Straße 147 wird mit einem Ärztehaus bebaut. Die Fläche ist an eine Investorengesellschaft verkauft worden.

Gladbeck..  Grünes Licht hat der Wirtschaftsförderungsausschuss noch vor Weihnachten für den Verkauf eines Teils des städtischen Grundstücks an der Horster Straße 147 gegeben, auf dem der seit längerem unbewohnte, denkmalgeschützte Kotten Kleimann steht.

3500 Quadratmeter der insgesamt 8000 qm großen Flächen wurden an eine Investorengesellschaft, der auch Ärzte angehören, verkauft. Wie berichtet, soll auf dem Areal neben der Heilig Kreuz Kirche ein Ärztehaus entstehen..

Ein Hauptmieter steht bereits fest: Das Hausarztzentrum Butendorf, eine Gemeinschaftspraxis von Dr. Nagel, Dr. Schaub und Dr. Dehman-Hoeren, zurzeit noch schräg an der Horster Straße 138 gegenüber gelegen, wird in das neue Haus einziehen. „Wir sind sehr froh, diese Lösung in der Nähe gefunden zu haben. Wir haben neue Räumlichkeiten gesucht, wollten aber in unserem Sprengel bleiben“, erklärt Dr. Gregor Nagel. Denn die Butendorfer Praxis habe akute Raumnot, platze mittlerweile aus allen Nähten. Einen Grund sieht Nagel in der ebenerdigen Lage, die auch für Patienten mit Rollator oder E-Scooter gut erreichbar ist. Eine Folge des Patientenandrangs: Aus dem Ärzte-Trio ist mit einer weiteren Kollegen kürzlich ein Quartett geworden.

Im neuen Haus erhält die Praxis neben dem natürlich ebenfalls barrierefreien Zugang maßgeschneiderte Räume, und vor allem endlich auch ausreichende Parkplätze für die Patienten.

Weitere Fachärzte werden in das Haus einziehen, auch eine Apotheke und ein weiteres Geschäft im Zusammenhang mit medizinischen Angeboten sind vorgesehen. Mitte 2016 soll das Ärztehaus fertig sein.

Der alte Kotten der Familie Kleinmann aus dem Jahr 1822 wird vorerst stehen bleiben. Bei den Verkaufsverhandlungen wurde den Käufern jedoch eine Option auf einen Ankauf der verbliebenen Fläche zugesichert. Ob der Bauernhof, der durch den jahrelangen Leerstand und zunehmenden Vandalismus in der Substanz arg gelitten hat, auf Dauer erhalten bleiben wird, ist auch deshalb offen. Der Wohnwert wäre sowieso eher gering: Wenige Meter hinter dem Grundstück braust der A 2-Verkehr vorbei.