Hauke Horn mit europäischem Forschungspreis ausgezeichnet

Ausgezeichnet (v.l.): Dr. Hauke Horn,Staatssekretär Marco Tullner und Prof. Dr. Wolfgang Schenkluhn bei der Preisverleihung an den Gladbecker.
Ausgezeichnet (v.l.): Dr. Hauke Horn,Staatssekretär Marco Tullner und Prof. Dr. Wolfgang Schenkluhn bei der Preisverleihung an den Gladbecker.
Foto: Kati Gaudig
Was wir bereits wissen
Der gebürtige Gladbecker lebt im Mainz und studierte Architekt und Kunsthistoriker aus Leidenschaft. Einst machte er Abi am Ratsgymnasium.

Gladbeck..  Schon als Abiturient konnte sich Hauke Horn für Architektur begeistern. Ein Parisbesuch während des Schüleraustauschs in Marcq-en-Baroeul gab dazu die Initialzündung. Sein Interesse an historischen Gemäuern und deren Besonderheiten war geweckt – so sehr, dass er nach dem Abi Architektur und im Anschluss Kunstgeschichte studierte.

Der wissenschaftlichen Arbeit blieb der gebürtige Gladbecker bis heute beruflich verbunden. Seit langem forscht und lehrt der heute 39-Jährige vor allem an der Uni Mainz, wo er nun für seine Doktorarbeit den mit 2000 Euro dotierten renommierten Europäischen Romanik Forschungspreis verliehen bekam.

Der Forschungspreis wird jährlich vom Europäischen Romanik Forschungszentrum (ERZ) für herausragende Arbeiten zur Epoche der Romanik vergeben, mit ihm soll der wissenschaftliche Nachwuchs auf dem Gebiet der Romanik in Kunstgeschichte, Archäologie, Geschichte, Kirchen- und Rechtsgeschichte gefördert werden.

Horn setzte sich bei der Preisvergabe in einem international besetzten Bewerberfeld durch. Seine Doktorarbeit wurde als „eine bedeutende Forschungsleistung für ein kulturwissenschaftliches Verständnis der mittelalterlichen Bau- und Architekturgeschichte gewürdigt“, so Prof. Dr. Matthias Müller vom Institut für Kunstgeschichte der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität während der Preisverleihung.

Dr. Hauke Horn beschäftigte sich in seiner Dissertation, die 2012 von der Uni Mainz mit der Höchstnote „summa cum laude“ ausgezeichnet wurde, mit der mittelalterlichen Architektur von Sakralbauten; im Fokus steht die Tradition des Ortes, an dem mittelalterliche Kirchengebäude entstanden – was sich in deren Architektur widerspiegelt. In seiner Forschungsarbeit widmete sich Horn neben dem Trierer und Magdeburger auch dem Essener Dom, dessen architektonische Wurzeln im 14. Jahrhundert liegen. „Die gewonnenen Ergebnisse tragen nicht nur zum Verständnis der Bauten bei, sondern eröffnen auch neue Perspektiven auf die Baukultur des Mittelalters“, so der Preisträger.

Horn, der lange in Ellinghorst zu Hause war, machte 1995 Abitur am Ratsgymnasium. Nach dem Zivildienst im Suiberthaus studierte er in Münster, Darmstadt und Mainz und arbeitete seit 2008 an den Unis Mainz, Braunschweig und Las Palmas. Seit 2014 leitet er in Mainz ein Forschungsprojekt zur mittelalterlichen Architektur am Mittelrhein. Mit seiner auch aus Gladbeck stammenden Frau und den drei Kindern besucht Horn immer wieder seine Heimat – so auch in einer Woche, wenn er zum Jahrgangstreffen 20 Jahre nach dem Abi kommt.