Harnischfeger holte für die CDU einst das Bundestagsmandat

Der Josef-Harnischfeger-Weg im Osten der Stadt erinnert an den einzigen CDU-Politiker, der in Gladbeck ein Direktmandat für den Bundestag holte.
Der Josef-Harnischfeger-Weg im Osten der Stadt erinnert an den einzigen CDU-Politiker, der in Gladbeck ein Direktmandat für den Bundestag holte.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Im Bloomshof erinnert der Johann-Harnischfeger-Weg an den Gladbecker Christdemokraten, der Mitbegründer der Orts-CDU und auch Bürgermeister war.

Gladbeck..  Er zählt zu dem Kreis namhafter Gladbecker, die sich um ihre Stadt verdient gemacht haben: Johann Harnischfeger. Seit 1996 ist eine Straße im Neubaugebiet Bloomshof in Mitte-Ost nach dem Politiker benannt. Dabei ist der einstige Christdemokrat weder in Gladbeck geboren noch gestorben.

Der Johann-Harnischfeger-Weg ist eine rund 200 Meter lange Straße, die im Winkel die Heinrich-Krahn-Straße mit dem Sigismund-von-Radecki-Weg verbindet. Schicke Einfamilienhäuser säumen die Straße. Sie erinnert an einen der berühmtesten CDU-Politiker Gladbecks, der in der Nachkriegszeit die politischen Geschicke der Stadt mitbestimmte. Harnischfeger, 1899 in Marborn/Osthessen geboren, gehörte zu den Mitbegründern der CDU in Gladbeck, war Bürgermeister und vertrat über drei Wahlperioden (1953 bis 1965) als direkt gewählter Abgeordneter (MdB) den Wahlkreis Gladbeck/Bottrop im Bundestag.

Harnischfeger gelang damit eine politisch-berufliche Karriere, wie sie heute nur noch selten vorkommt und wie sie ihm nicht in die Wiege gelegt schien: Geboren wurde er als siebtes Kind eines Maurerpoliers, absolvierte nach der Volksschule selbst eine Maurerlehre und zog als junger Mann in den 1. Weltkrieg. Schon 1914 war er Gewerkschaftsmitglied geworden.

1920 kam er nach Gladbeck – der Bergbau lockte, auch wenn er zunächst als Maurer arbeitete. 1928 wurde er auf Moltke Bergmann, 1931 legte er seine Hauerprüfung ab und arbeitete von 1934 bis zum Kriegsende 1945 als Gesteinshauer auf „Fritz Heinrich“ im Essener Norden. Nach dem Krieg wechselte er zu Mathias Stinnes 3/4, wo er aber in der Wohnungsbauabteilung wieder als Maurer tätig wurde.

Seine politische Karriere begann nach dem Krieg: 1945 war er Mitbegründer der örtlichen CDU, die er ab 1947 führte. 1948 kam er in der Rat der Stadt, 1949 auch in den Stinnes-Betriebsrat. 1952 wurde Harnischfeger Bürgermeister - einer mehrerer OB-Stellvertreter. Dieses Amt hatte er bis 1967 inne. 1952 gelang es ihm, das Bundestags-Direktmandat in Gladbeck/Bottrop für die CDU zu erobern. Zweimal wurde er wiedergewählt und war bis 1965 im Bundestag. 1967 zog sich Harnischfeger, der mit dem Bundesverdienstkreuz und der Stadtplakette geehrt wurde, aus der Politik zurück. Er starb 1984 in seiner osthessischen Heimat.