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Getränkemärkte

Händler bleiben auf Kisten sitzen

28.07.2009 | 07:00 Uhr

Gladbeck. Bei Sommerregen und Wirtschaftskrise vergeht so manchem der Durst. Doch Gladbecks Getränkehändler schlagen sichwacker...

Die Sonne streikt, die Temperaturen schwächeln, die Wirtschaft kriselt – da verwundert es kaum, dass auch die Getränkehändler im laufenden Geschäftsjahr keine Rekordgewinne erwarten. Im Gegenteil: Eine Umfrage des Bundesverbands der Deutschen Getränkefachgroßhändler hat ergeben, dass 50,9 Prozent der Händler 2009 mit sinkenden Umsätzen rechnen. Doch Gladbecks Getränkemärkte schlagen sich wacker . . .

„Wir gehen von konstanten Umsätzen im Getränkebereich aus.” Marc Andre´ Terdin von „Terdin's Getränkeland” gibt sich optimistisch. Schließlich habe man früh gehandelt und das Geschäftsmodell den neuen Gegebenheiten angepasst. „Wir verstehen uns als Convenient-Shop”, erklärt der Geschäftsführer. „Wir versuchen dem Kunden den Einkauf so bequem wie möglich zu machen.” Das Konzept gehe auf. Besonders der Heimservice werde gut angenommen. „Beruftstätige Kunden sind dankbar, wenn ihre Zeit nicht für den Einkauf drauf geht und auch ältere Menschen lassen sich die schweren Getränkekisten gern liefern.” Beliebt sei vor allem die Ruhrgebietsecke mit Wasser aus der Region. „Das ist auch gut für die Umwelt, weil diese Wasserflaschen keine lange Strecke zurückgelegt haben.”

Geschäftsmodell "Convenient-Shop": Getränkehändler Marc André Terdin setzt auf Bequemlichkeit. Fotos (2): Dirk Bauer

Allerdings seien die Kunden preisbewusster geworden – vor allem beim Bier. „Das hat für uns aber nicht nur Nachteile”, betont Terdin. „Letztlich profitieren wir davon, dass die Gladbecker derzeit lieber Zuhause als in der Kneipe feiern, weil's einfach günstiger ist.”

Diese Entwicklung beobachtet auch Heike Szigat vom „trinkgut Getränke Supermarkt”. Dennoch: „Der schlechte Sommer und die kriselnde Wirtschaft drücken die Umsätze schon nach unten.” Und dann auch noch dieses Einwegpfand, „das nervt ganz gewaltig.”

„Die Kunden kaufen die Flaschen meist im Discounter”, erklärt die Getränkehändlerin. „Aus Bequemlichkeit geben sie die Plastikdinger dann bei uns ab, was ja auch eigentlich kein Problem wäre, bloß: Wir haben keinen Einwegautomaten.” Trotzdem nimmt Szigat die Flaschen an. Das koste Zeit, Personal – und Geld. „Anschließend schicken wir die Flaschen ein. Sind sie zu zerdrückt, kann der Automat sie aber nicht lesen. Wir bleiben auf unserem ausgezahlten Pfand sitzen.” 100 Euro Pfandverlust im Monat seien keine Seltenheit – ein Ärgernis für die Gladbecker Getränkehändlerin.

Auch Jörg Kopatz, Inhaber des gleichnamigen Getränkemarktes, spricht von „chaotischen Verhältnissen”. „Das fängt schon beim Müll an, den diese Einwegflaschen produzieren. Aber was sollen wir machen? Wir müssen diese Dinger entsorgen – und dann abwarten, bis wir unser Pfandgeld erstattet bekommen.”

Auch das veränderte Einkaufsverhalten der Gladbecker bereitet Kopatz Sorge. Kaum noch jemand sei bereit, einen angemessenen Preis für eine Falsche Wasser zu bezahlen, wenn die Discounter es ja angeblich fast verschenken.

„Als ob die günstiger wären.” Marc Andre´ Terdin ist erbost. „Die Discounter erwecken mit ihren riesigen Werbebudgets doch bloß den Eindruck, als wären sie die Preiskönige. Dabei sind wir durchaus wettbewerbsfähig, auch wir haben günstige Produkte im Sortiment.” Und Sachen, die die Discounter nicht haben, betont Heike Szigat. „Unsere Strategie gegen die Krise? Wir setzen auf Vielfalt, Freundlichkeit und Kompetenz – eben auf gute Arbeit.”

Anne Wiegel

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Kommentare
28.07.2009
09:55
Händler bleiben auf Kisten sitzen
von plitschplatsch | #1

Naja, wirklich günstig ist es bei Terdin aber nun wirklich nicht.
So kostet die Kiste XY-Cola rund 2,- € mehr als beim Mitbewerber.

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