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Präventionsprojekt

Hände weg vom Glimmstängel

06.09.2010 | 17:01 Uhr
Hände weg vom Glimmstängel
An verschiedenen Ständen können sich die Schülerinnen und Schüler über die Auswirkungen von Nikotin informieren. Hier überprüft Florian seinen Ruhepuls. Auch ohne Zigaretten kann man zur ruhe kommen. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool

Gladbeck.Wer erst gar nicht mit dem Rauchen anfängt, muss nachher auch nicht damit aufhören. Das Ginko-Mobil-Team klärte Schüler an der Erich-Fried-Schule über die Gefahren und Folgen des Rauchens auf.

Huch – so soll ich mit 72 aussehen? Karim starrt verblüfft auf den Bildschirm. Ganz vage sind seine Züge zwar noch zu erkennen. Aber diese tiefen Falten! Jan Josten von der Landeskoordinierungsstelle für Suchtprävention kennt diese entsetzen Reaktionen der Jugendlichen. Schließlich macht sein Ginko-Mobil-Team mit dem Projekt „Leben ohne Qualm“ regelmäßig an Schulen Station.

Gestern und heute sind die 7. und 8. Klassen der Erich-Fried-Hauptschule an der Reihe. In der Turnhalle hat das Sucht-Präventionsteam einen Parcours aufgebaut. An sechs Stationen können die 13- bis 14-Jährigen bei kleinen Tests erfahren, warum das Rauchen so gefährlich ist und warum sie die Finger von der Zigarette lassen sollten.

Herbert Pfänder von der Drogenberatungsstelle West-Vest in Marl hält viel von dieser Art der Prävention an Schulen: „Das ist eine moderne Form des Lernens, nicht Frontalunterricht, sondern Kleingruppen, die sich ein Thema selbst erarbeiten.“

Vier bis fünf Schülerinnen und Schüler sitzen an jeder Station. Bei Sozialarbeiterin Gaby Brockmann zum Beispiel pusten sie gerade in gelbe Plastikröhrchen. Je länger sie den kleinen weißen Ball mit ihrem Atem in der Luft halten können, desto größer das Lungenvolumen. Sarah ist mit 14 Sekunden schon richtig gut, aber Gaby Brockmann schlägt (außer Konkurrenz natürlich) mit 19 Sekunden alle.

An der nächsten Station liegt Fatma ganz locker auf einer Matte, einen Clip am Ohr. Der erfasst, wie entspannt sie gerade ist und überträgt das auf einen Computer-Bildschirm. Die Botschaft: Wer aufgeregt ist, braucht nicht zum Glimmstängel zu greifen. Entspannungstechniken wirken viel besser.

Beim Tabakquiz müssen die Schülerinnen und Schüler 20 Fragen rund ums Thema Rauchen beantworten und staunen nicht schlecht, wie viele Schadstoffe eine Zigarette enthält. Das wird an der nächsten Station noch anschaulicher: Da stecken doch tatsächlich Gifte drin, wie man sie auch in Haarfärbemittel oder Feuerzeugbenzin findet.

An der Aging-Station, an der Karim so entsetzt auf sein Konterfei als 72-jähriger Raucher hat, konnte sich der 14-Jährige mittlerweile beruhigen. Jan Josten hat ihn jetzt am Bildschirm dargestellt, wie er mit 72 aussieht, wenn er nicht raucht: Immer noch alt, aber längst nicht so faltig.

Elke Hautmann

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