Hacke und Besen statt chemischer Keule

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Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln unterliegt strengen gesetzlichen Regelungen. Darauf weisen der Arbeitskreis Pflanzenschutzmittel und die RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft hin. Sie geben Tipps, wie man „lästige Unkräuter“ los wird, ohne Wasser und Umwelt zu gefährden.

Beim Einsatz chemischer Unkrautbekämpfungsmittel (Totalherbizide) auf befestigten, versiegelten Flächen kann der Wirkstoff in ein Oberflächengewässer gelangen. Das erschwert die Nutzung dieser Gewässer für die Trinkwassergewinnung und stellt einen schädlichen Eingriff in den Naturhaushalt dar. Deshalb ist die Anwendung auf Freilandflächen untersagt, die nicht gärtnerisch, land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden. Das gilt insbesondere auch für Wege und Plätze rund ums Haus. Ein Verstoß gegen dieses Verbot kann als Ordnungswidrigkeit mit Geldbußen bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Auch der Einsatz diverser „Hausmittelchen“ ist auf diesen Flächen zur Unkrautbekämpfung untersagt. Hierunter fallen zum Beispiel Essigsäure, Salz, Haushaltsreiniger sowie Pflanzenschutzmittel, die nicht mit „biologisch abbaubar“ oder ähnlich gekennzeichnet sind.

Als umweltfreundliche Alternativen bieten sich mechanische oder thermische Verfahren an: Zupfen, Fugenkratzen mit Hacke, Messer oder Spezialgerät, ein fester Besen in Kombination mit heißem Wasser, Bürstengeräte, Hochdruckreiniger, Abflämmgeräte oder Infrarot-Handgeräte.

Im RWW-Kundencenter, Bottroper Straße 69, liegt der kostenlose Flyer „Unkrautfrei ohne Reue“ aus. Er zeigt, wie man Unkraut los wird, ohne Wasser und Umwelt zu gefährden. Auskünfte zu allen rechtlichen und fachlichen Fragen zur Anwendung von Herbiziden und anderen Pflanzenschutzmitteln bekommt man beim Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW in Bonn, 0228/703-2101. Weitere Informationen und Serviceangebote im Internet unter www.wasser-und-pflanzenschutz.de und www.pflanzenschutzdienst.de.