Grüne Jugend auf Kollisionskurs zur Gladbecker Mutterpartei

B 224 in Gladbeck zwischen Horster Straße und Steinstraße.
B 224 in Gladbeck zwischen Horster Straße und Steinstraße.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Neue Facette in der aktuellen A-52-Debatte - jetzt meldet sich die Grüne Jugend Gladbeck zu Wort. Sie wendet sich gegen einen A-52-Ausbau in Gladbeck.

Gladbeck..  Die Grüne Jugend Gladbeck begibt sich in der A-52-Debatte auf Kollisionskurs zu ihrer lokalen Mutterpartei.

Das Ergebnis des Ratsbürgerentscheids mit der mehrheitlichen Ablehnung eines A-52-Ausbaus müsse von der Politik als endgültig akzeptiert werden; Verhandlungen zur A 52 dürften allenfalls das Ziel haben, „andere Lösungen als einen A-52-Ausbau auf Gladbecker Gebiet zu finden“, sagte Nico Salfeld, Vorsitzender der Grünen Jugend Gladbeck, im Gespräch mit der WAZ.

„Zwar war beim Bürgerentscheid vor drei Jahren lediglich die Frage, ob sich die Stadt mit einem Eigenanteil an der Finanzierung beteiligen soll oder nicht, allerdings geht unserer Meinung nach aus dem damaligen Ergebnis auch hervor, dass die Mehrheit der Gladbecker/innen keinen Autobahnausbau will“, formuliert die Grüne Jugend Gladbeck in einer aktuellen Pressemitteilung.

Selbstverständlich seien die B224 und der alltägliche Stau ein Problem, heißt es weiter, „doch sollte dieses nur mit und nicht ohne die Bürger/innen der Stadt Gladbeck angegangen werden“. Die Grüne Jugend verweist auf die jüngste A-52-Stellungnahme des Grünen-Bundestagsabgeordneten Kai Gehring (Essen), der den konsequenten Erhalt und vor allem die Sanierung vorhandener Verkehrsinfrastruktur gefordert hatte.

Die Grüne Jugend ergänzt: „Ein weiterer Punkt, der nicht im Interesse der Gladbecker/innen sein kann, ist die Tatsache, dass durch den Ausbau, so wie das Planfeststellungsverfahren es zur Zeit vorsieht, weite Teile der Wittringer Grünanlagen dem Beton weichen müssen. Es kann nicht sein, dass die Stadt Gladbeck hier von einer Feinstaub-Entlastung spricht, wenn gleichzeitig die Natur zu weichen hat.“

Alles in allem sei es die Pflicht der Stadt, allen voran von Bürgermeister Ulrich Roland (SPD), dem Bund klarzumachen, dass es so nicht gehe. „Die Grüne Jugend Gladbeck stellt sich hinter den Ratsbürgerentscheid von 2012 und betont noch einmal, dass die Bürger/innen keinen Autobahnausbau wollen.“

Unterdessen unterstützt die Grüne Mutterpartei in Gladbeck konsequent den Kurs des rot-grünen Ratsbündnisses, bei den Gesprächen in Berlin ein möglichst gutes Ausbauergebnis für Gladbeck zu erzielen.